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Sehnde Mit der Jakobsmuschel auf Wanderschaft
Aus der Region Region Hannover Sehnde Mit der Jakobsmuschel auf Wanderschaft
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00:16 27.03.2019
Mit dem Stecken voran: Doris Fischer (links) führt ihre Gruppe auf Pilgerschaft. Quelle: Michael Schütz
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Sehnde

Pilgerstab und Jakobsmuschel sind zwei Dinge, die man in Sehnde nicht so häufig sieht. Am vergangenen Sonnabend allerdings war das anders, denn Doris Schmidt vom Vorstand der Kirchengemeinde Haimar hatte einen großen Stecken mit in die Kreuzkirche in Sehnde gebracht. An ihrem Rucksack baumelte eine Jakobsmuschel, das Erkennungszeichen der Pilger. In der Kreuzkirche traf sie sich mit einer Gruppe von Frauen, die mit ihr auf den Pilgerweg gehen wollten. Bereits zum achten Mal hatten Doris Fischer und ihre Vorstandskollegin Annegret Gutsche zu einer Wanderschaft eingeladen. Dass es ausschließlich Frauen waren, sei nicht beabsichtigt, sagte Fischer. Aber normal sei es trotzdem: „Männer sind selten dabei.“

„Jeder Tag ist ein unbekannter Weg des Lebens“

Beim Pilgern denken die meisten Menschen zunächst an den bekannten Jakobsweg. „Es ist auch mein Traum, ihn einmal zu wandern“, gab Fischer zu. Aber man könne überall pilgern. Und so führen sie und Gutsche, die dieses Mal krankheitsbedingt nicht dabei war, seit acht Jahren kleine Gruppen über Sehnder Wanderwege. Dabei steht immer ein Motto im Vordergrund. In diesem Jahr sei die Idee auf der Probewanderung gekommen. „Wir haben uns für das Motto Wege entschieden.“

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Dieses Thema stellte dann auch Kreuzkirchen-Pastor Uwe Büttner in den Mittelpunkt einer Andacht, mit der er die Gruppe auf den Weg schickte. „Jeder Tag ist ein unbekannter Weg des Lebens“, sagte Büttner. „Und es ist auch immer ein Abenteuer, ein Stück in Richtung Ewigkeit zu gehen und das intensiv zu erfahren.“

Pastor Uwe Büttner hält in der Kreuzkirche eine Andacht für die Pilgerinnen. Quelle: Michael Schütz

Auf der 16-Kilometer-Tour, die über die Feldmark nach Ilten, Bilm, Wassel und zurück zur Kreuzkirche verlief, gab es theologische Impulse in Form von Gebeten, Liedern oder Bibelworten. Auch ein 30-minütiger Schweigemarsch war vorgesehen. Mit Liedern waren die zehn Frauen bestens ausgerüstet, denn Pastor Büttner stimmte in der Andacht einige kurze Gesänge an, darunter solche aus Taizé. „Die sind kurz und lassen sich gut merken“, meinte der Geistliche. „So braucht man kein Gesangbuch.“

Ausbruch aus dem stressigem Alltagsleben

Für die Teilnehmerinnen stand der Ausbruch aus dem stressigen Alltagsleben im Vordergrund der Wanderung. Die Iltenerin Marion Forstmeier ist bei der Region mit dem Thema Eingliederungshilfe beschäftigt und freute sich auf das Kontrastprogramm Natur. Heidrun Golenia, Kirchenvorstandsvorsitzende der Kreuzkirchengemeinde, wollte ihrem Schreibtisch entfliehen, an dem sie als selbstständige Steuerberaterin häufig auch am Wochenende sitzt. „Außerdem bin ich ein bisschen neidisch auf unseren Pastor“, gestand sie. Uwe Büttner leitet selbst regelmäßig Pilgergruppen über mehrere Tage.

Von Michael Schütz