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Sehnde Für Gegner von Renotherm bleiben viele Fragen offen
Aus der Region Region Hannover Sehnde Für Gegner von Renotherm bleiben viele Fragen offen
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00:17 21.03.2019
An dieser Stelle auf dem Holcim-Gelände an der Hannoverschen Straße in Höhe des Peterswegs soll die Renotherm-Anlage entstehen. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)
Sehnde/Höver

Die Erörterung über den Antrag des Zementherstellers Holcim, in seiner Anlage in Höver den Ersatzbrennstoff Renotherm mit gefährlichen Abfällen verwenden zu dürfen, ist beendet: Das Gewerbeaufsichtsamt Hannover als Gastgeber sieht „diffuse Ängste“ beseitigt, wie es Thoralf Jahn, zuständig für das Genehmigungsverfahren, nennt. Eine Genehmigung sei damit aber noch lange nicht erteilt. Eine Bürgerinitiative um den Ahltener Siegmar Grünewald dagegen meint, dass viele Fragen nicht beantwortet und Argumente nicht berücksichtigt worden seien. Auch die Ahltener Ortsbürgermeisterin Heike Koehler spricht davon, dass Fragezeichen geblieben seien.

Insgesamt habe es 427 Einwendungen gegeben, sagt Jahn. Davon seien 410 inhaltsgleiche nach einer Vorlage aus dem Internet: „Viele waren pauschal gegen die Verbrennung, aber ohne Begründung.“ Andere Behörden hätten keine Einwände erhoben. Den Einwendern sei es vornehmlich um die Inhaltsstoffe der gefährlichen Abfälle gegangen. Denn in Höver sollen etwa auch Industrieabfälle wie Autolacke, Farben und Lösungsmittel verbrannt werden.

Krebserregende und erbgutverändernde Stoffe ausgeschlossen

Dabei spielten in der Bevölkerung naturgemäß Ängste mit, ist sich Jahn bewusst. Aber krebserregende, erbgutverändernde und die Fruchtbarkeit gefährdende Stoffe seien ausdrücklich ausgeschlossen. Zudem würden in Höver schon lange gefährliche Abfälle verbrannt, mit Renotherm kämen nur neue hinzu. „Wir konnten diese Ängste weitgehend ausräumen“, meint Jahn. Der Ersatzbrennstoff sei sauberer und ressourcenschonender als etwa Kohle oder Öl und in Lägerdorf (Schleswig-Holstein) schon seit 20 Jahren im Einsatz.

Darüber hinaus könnten alle Einwender noch einmal das Protokoll des Erörterungstermins anfordern, das per Tonaufnahme mitgeschnitten worden sei. Dann seien auch erneute Einwände möglich. „Bei der Erörterung hat es aber keine konkreten Nachforderungen gegeben“, resümiert Jahn.

Bürgerinitiative: Auf viele Fragen keine Antworten

Deutlich kritisch sieht Grünewald die Veranstaltung, der sich nach eigenen Angaben mit Mitgliedern der Initiative wie Ökonomen, Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Ärzten durch die umfangreichen Antragsunterlagen von Holcim gearbeitet hat. Doch Informationen und Stellungnahmen, die die Einwender angefordert hätten, seine vom Gewerbeaufsichtsamt als nicht relevant bewertet worden: „Die Bürger bekamen auf viele ihrer wichtigen Fragen somit keinerlei Antworten.“ Zudem habe das Amt auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet und sich lediglich auf ein Gutachten des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ) berufen. „Ein zweites Gutachten wurde vom Gewerbeaufsichtsamt als nicht erforderlich abgelehnt“, sagt Grünewald.

Im Gutshof Rethmar waren nach Angaben Jahns nur 27 der mehr als 400 Einwender sowie 14 Zuhörer erschienen. Das habe aber vor allem an dem „unglücklichen Termin“ vormittags um 10 Uhr gelegen, beklagt die Ortsbürgermeisterin aus Ahlten, das Luftlinie nur knapp drei Kilometer von Holcim entfernt ist. Koehler kritisiert, dass Holcim nicht alle 33 Bestandteile von Renotherm offengelegt hätte. Der Zementhersteller habe aber zugesagt, nach einer Anregung während der Erörterung darüber nachzudenken, einem der Schweigepflicht unterliegenden Mandatsträger alle Bestandteile zu nennen. „Das würde zum Vertrauen beitragen“, sagt Koehler: „Wir werden das als Ortsrat weiter kritisch begleiten.“

Von Oliver Kühn

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