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Sehnde Haldenabwasser: K+S plant neue Lastwagentransporte
Aus der Region Region Hannover Sehnde Haldenabwasser: K+S plant neue Lastwagentransporte
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18:23 18.11.2019
Noch wird das Haldenabwasser vom Kaliberg bei Ilten in die Schächte unter dem Sehnder Kaliberg gepumpt – und zwar per Pipeline. Doch von 2020 an sind die alten Bergwerke gefüllt Quelle: Gottfried Hiller
Ilten

Wenn Ende 2020 die Hohlräume der früheren Bergwerke Hugo und Bergmannssegen mit Wasser verfüllt sein werden, will der Betreiber K+S die in Ilten weiterhin anfallenden Haldenabwasser mit Lastwagen abtransportieren. Dafür will die Firma auf ihrem Gelände bei Ilten mehrere große Auffangbecken anlegen. Die jetzige Entladestation in Sehnde zur Verfüllung der Schächte könnte dann zum reinen Umschlagplatz für Wasser aus anderen Werken in Niedersachsen, Hessen und Thüringen werden. Sehnder Kommunalpolitiker kritisieren die Pläne und fordern ein Gesamtkonzept für beide Standorte.

Ende 2020 sind die Schächte voll

Noch wird das von der Halde in Ilten ablaufende salzhaltige Regenwasser per Pipeline nach Sehnde transportiert und dort in den Schacht eingeleitet. Weiteres Wasser von anderen Werken wird zum Teil per Bahn, zum Teil per Lastwagen dorthin gebracht. Voraussichtlich Ende 2020 werden die Schächte Bergmannssegen und Hugo jedoch voll sein. Dann will K+S das Wasser von der Iltener Halde per Lastwagen abtransportieren. Wohin, steht nach Angaben von Edgar Bäkermann (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, noch nicht fest. Zu rechnen sei mit etwa 60 Lastwagenfahrten pro Tag – 30 bis 40 Jahre lang, erklärt Bäkermann.

Für einen Abtransport per Bahn müsste die Abfüllanlage in Ilten entsprechend umgerüstet werden. Alternativ könnte auch weiterhin die Pipeline nach Sehnde genutzt werden. Nach Bäkermanns Angaben hält sich K+S auch die Möglichkeit offen, in Sehnde Abwasser aus Kaliwerken in Niedersachsen, Hessen und Thüringen umzufüllen und abzutransportieren – „womit und wohin auch immer“. Er hält „die Geschäftspolitik von K+S für nicht nachvollziehbar“. Deshalb soll das Unternehmen jetzt ein Gesamtkonzept für beide Standorte vorlegen.

Politiker fordern ein Gesamtkonzept

Trotzdem haben der Ausschuss und der Ortsrat Ilten schon mal den Grundsatzbeschluss für eine Änderung des Bebauungsplans für das Gelände nördlich der Halde bei Ilten gefasst. Dort sollen statt der früher geplanten Recyclinganlage Auffangbecken mit einer Kapazität von zusammen mehr als 30.000 Kubikmeter Wasser angelegt werden. Einige kleinere gibt es schon, aber es müssten noch drei große hinzukommen, um bei extrem starken Regenfällen anfallende Wassermassen zwischenlagern zu können.

Gefasst wurde jedoch nur ein Aufstellungsbeschluss, mit dem noch nichts entschieden ist. „Da besteht noch viel Beratungsbedarf“, sagt Iltens Ortsbürgermeisterin Gisela Neuse. Das gelte vor allem für den Verkehr.

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