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Sehnde Ortsrat Bilm fordert Durchfahrt für Fahrzeuge
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14:09 17.04.2019
Wenige hundert Meter außerhalb Bilms endet der Ausbau des Maschdamms. Nur Radfahrer und Fußgänger kommen noch weiter. Quelle: Thomas Böger
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Bilm

Die Bilmer Kommunalpolitiker fühlen sich von der Firma Holcim im Stich gelassen: Einstimmig hat der Ortsrat einen Antrag gebilligt, mit dem die Sehnder Stadtverwaltung aufgefordert wird, Verhandlungen mit dem Zementwerk Höver aufzunehmen, um eine Wiederherstellung des Maschdamms zu vereinbaren.

Sehnde hatte den Maschdamm – die Straße verbindet den Ort mit dem Mittellandkanal – 1999 an das Zementwerk (damals noch Alsen) verkauft, weil er mitten durch das künftige Mergelabbaugebiet des Unternehmens verläuft. In dem Vertrag wurden seinerzeit mehrere Auflagen vereinbart. Unter anderem sollte eine neue Wegeverbindung für den landwirtschaftlichen Verkehr geschaffen werden, sobald der Maschdamm dafür entfällt. Auch eine Fuß- und Radwegverbindung wurde festgeschrieben.

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Wunsch nach Brücke war abgelehnt worden

In einer Drucksache für den Rat von 1999 wird als Verhandlungsergebnis festgehalten, die Wegeverbindung Maschdamm „wird erst aufgegeben, wenn dies aus Gründen des betriebsbedingten Bodenabbaus erforderlich wird“. Bei einem Runden Tisch hatten die Dorfbewohner zunächst sogar eine Brücke über die entstehende Grube gefordert. Das war im Planfeststellungsbeschluss jedoch nicht berücksichtigt worden.

Der Abbau ist zwar bis heute noch nicht bis an den Weg herangerückt, aber er wurde bereits 2015 unterbrochen. Erst auf mehrfaches Bitten der Kommunalpolitiker habe Holcim vor einigen Monaten wenigstens eine Fuß- und Radwegverbindung wiederhergestellt, sagt Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer. Man wünsche sich im Ort aber, dass auch Landwirte mit ihren Traktoren und ältere Menschen mit dem Auto die Strecke wieder passieren können, da der Weg offenkundig für den Abbau noch mehrere Jahre nicht benötigt werde.

Zeitpunkt für weiteren Abbau noch unklar

Dazu sagt Bernd-Henning Reupke, Umweltbeauftragter im Holcim Zementwerk Höver, dass der weitere Abbau südwestlich des Maschdamms unter anderem auch von zusätzlich notwendigen Landkäufen abhänge. Dort befinde sich das Unternehmen gerade noch in Verhandlungen. Deshalb könne er hier keine verlässlichen Termine für den weiteren Abbau nennen. „Für Fußgänger und Radfahrer wurde zwischenzeitlich der Weg zum Maschdamm bereits wieder hergestellt”, sagt Reupke. „Wir werden uns auch in dieser Sache mit der Stadt Sehnde wie gewünscht austauschen.“

Von Thomas Böger

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