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Sehnde Raubüberfall auf Tankstelle: Täter ist nicht schuldfähig
Aus der Region Region Hannover Sehnde Raubüberfall auf Tankstelle: Täter ist nicht schuldfähig
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07:00 12.07.2019
Der Raubüberfall auf die Tankstelle in Ilten bleibt ungesühnt: Der Täter ist schuldunfähig. Quelle: Peter Steffen
Ilten/Hildesheim

Er hat im Juli vergangenen Jahres die Tankstelle an der Bundesstraße 65 in Ilten überfallen. Er hat eine Angestellte mit dem Messer bedroht und versucht, an das Geld aus der Kasse zu gelangen. Doch sühnen muss der 23-jährige Täter diese Straftat nicht. Denn er war an jenem Abend nicht schuldfähig. Das hat das Landgericht Hildesheim jetzt nach zwei Verhandlungstagen geurteilt.

Der Mann habe in einer akut psychotischen Phase gehandelt, heißt es. Er leide schon seit vielen Jahren an einer Form von Schizophrenie. Was er an jenem Abend in der Tankstelle getan hat, sei also nicht das Handeln eines klar denkenden Menschen gewesen – und daher komme für ihn auch keine Haftstrafe in Betracht.

Gericht schließt Haft und Sicherungsverwahrung aus

Doch auch dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf eine sogenannte Sicherungsverwahrung, also die dauerhafte Unterbringung des 23-Jährigen in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses, komme nicht infrage, urteilte das Gericht. Der Mann sei für sich und seine Umwelt nicht gemeingefährlich. Seit jenem Abend in der Tankstelle habe er nichts Unrechtes mehr getan. Und auch zuvor habe er sich jahrelang nichts zu Schulden kommen lassen. Eine Sicherungsverwahrung sei daher ebenso ausgeschlossen wie die Haft. Der Täter ist also ein freier Mann, bleibt aber weiterhin in psychiatrischer Behandlung.

Der Raubüberfall auf die Tankstelle hatte sich am 24. Juli vergangenen Jahres gegen 21.30 Uhr abgespielt. Er trug seltsame Züge. Nach damaliger Darstellung der Polizei war der 23-Jährige schmächtige Täter, der sich vor der Tat in einer offenen Station des Klinikums Wahrendorff befand, im Verkaufsraum auf die 40-Jährige hinter dem Tresen zugetreten und hatte sie aufgefordert, das Geld aus der Kasse herauszugeben. Als die Frau das nicht tat, zückte der Mann ein Küchenmesser.

Täter lässt sein Messer fallen

Doch die Mitarbeiterin der Tankstelle reagiert nicht so, wie man es in solch einer Situation erwartet hätte. Sie wich nicht zurück, sondern trat mit einem drohenden Schritt auf den deutlich jünger als 23 Jahre wirkenden und klein gewachsenen Täter zu, welcher daraufhin das Messer prompt fallen ließ. Laut Polizei griffen dann mehrere Kunden ein, drängten den Täter in eine Ecke und riefen die Ordnungshüter.

Beamte des Lehrter Kommissariats nahmen den 23-Jährigen schließlich fest. Dass dieser dabei vehement Widerstand leistete und sich dabei sogar am Kopf verletzte, war nun vor Gericht kein entscheidendes Thema mehr.

Von Achim Gückel

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