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Sehnde Trotz Leinenzwang: Hunde hetzen Reh durch einen Garten
Aus der Region Region Hannover Sehnde Trotz Leinenzwang: Hunde hetzen Reh durch einen Garten
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17:30 23.07.2019
Durch diese schmale Lücke zwischen Zaun und Gartenhäuschen hat sich das Reh auf seiner Flucht vor den Hunden hindurchgezwängt, schildert Ladeholz-Anwohnerin Gabriele Laube. Quelle: Thomas Böger
Sehnde

In vielen Landschaftsschutzgebieten (LSG) – so auch im Sehnder Ladeholz – müssen laut Verordnung Hunde ganzjährig an der Leine geführt werden. Warum das so ist, ist bei einem Vorfall in der vergangenen Woche deutlich geworden: Zwei Hunde hetzten am helllichten Tag ein Reh über die Terrasse der Familie Laube am Weißdornbusch. Vielen Hundebesitzern – aber offenbar auch einigen Polizeibeamten – ist anscheinend nicht klar, dass die Tiere im Ladeholz nicht frei laufen dürfen. Sie darauf mit Schildern an den LSG-Eingängen hinzuweisen, dafür fühlt sich jedoch niemand zuständig.

Hier hetzten Hunde das Reh: Das Haus von Gabriele und Klaus Laube liegt am Rand des Waldgebiets Ladeholz (untere Bildhälfte). Quelle: Google Earth

Verängstigtes Reh zwängt sich durch Lücke zwischen Zaun und Gartenhäuschen

Für Gabriele und Klaus Laube war es ein Schreck in der Mittagsstunde: Sie saßen auf der Terrasse ihres Hauses am Weißdornbusch, als gegen 12.30 Uhr plötzlich ihr Kater im Höchsttempo ins Haus und in die obere Etage flitzte. Unmittelbar danach tauchten ein Reh und zwei Hunde in ihrem Garten auf. Die mittelgroßen Mischlinge – ein etwas größerer schwarzer und ein kleinerer weißer – hetzten das Wildtier offensichtlich. Es sei so verängstigt gewesen, dass es sich sogar durch die schmale Lücke zwischen dem Grundstückszaun und einem kleinen Gartenhäuschen durchgezwängt habe, berichtet Gabriele Laube. Auf dem Nachbargrundstück soll es auf seiner Flucht krachend gegen eine Metallleiter gestoßen sein.

In dem unmittelbar hinter ihrem Gartenzaun beginnenden Ladeholz-Wald beobachten Gabriele und Klaus Laube immer wieder Rehe. Quelle: Thomas Böger

Das Ehepaar begab sich in das unmittelbar angrenzende Ladeholz, und stieß dort auf die Halterin der beiden Hunde. Sie habe sich ebenso wie ein weiterer vorbeikommender Hundebesitzer darauf berufen, dass die Brut- und Setzzeit beendet sei und „Hunde nun mal einen Jagdinstinkt“ hätten, berichten die Laubes. Diese Auffassung vertrat nach ihren Angaben auch einer der herbeigerufenen Polizisten.

Klärendes Gespräch zwischen Polizist und betroffenem Ehepaar?

Sie hat sich deshalb an das Lehrter Kommissariat gewandt. Der dort zurzeit als Chef fungierende Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Bernd Steindam, wollte sich zu dem Vorgang noch nicht äußern, da er erst am Mittwoch mit den in Sehnde eingesetzten Kollegen sprechen könne. Sollte der Beamte sich allerdings tatsächlich ähnlich wie die Hundebesitzerin geäußert haben, „wäre ich damit natürlich nicht einverstanden“, sagte Steindam. Er hoffe, dass es zu einem klärenden Gespräch zwischen den Beteiligten komme.

Nach Auskunft von Hartmut Scholz, Leiter des Hegerings Das Große Freie, hat es in den vergangenen Jahren immer mal wieder Probleme mit von wildernden Hunden gerissenem Wild gegeben, beispielsweise im Raum Aligse/Röddensen. Klaus Abelmann, Pressesprecher der Region Hannover, bestätigt entsprechende Vorfälle auch aus anderen LSG. In den meisten gelte wie im Ladeholz der ganzjährige Leinenzwang. Er bezweifelt, dass das Aufstellen von Schildern Erfolg haben könnte. Zwar müssten Hundehalter eigentlich ihre Pflichten kennen, „aber es ist schwierig, die Verbote durchzusetzen“ , meint Abelmann unter Verweis auf fehlendes Personal. Auch Sabine Zilkenath von der Sehnder Stadtverwaltung sieht erstmal keine Möglichkeit, regulierend oder helfend einzugreifen. Es führten zu viele Wege, auch Schleichpfade, in das Ladeholz, da könne man nicht überall Hinweisschilder aufstellen.

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Von Thomas Böger

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