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Sehnde Ab September gibt es Knöllchen
Aus der Region Region Hannover Sehnde Ab September gibt es Knöllchen
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19:10 15.08.2019
Noch verteilt er an der Mittelstraße nur Infopostkarten, ab September wird Jörg Dalibor Falschparkern wie jenen auf dem Foto ein Knöllchen hinter den Scheibenwischer schieben. Quelle: Katja Eggers
Sehnde

Für Falschparker wird es in Sehnde jetzt ernst. Die Stadt hat eine Stelle zur Überwachung des ruhenden Verkehrs geschaffen. Im Einsatz ist Jörg Dalibor. Wäre er eine Frau, würde seine offizielle Bezeichnung Politesse lauten. Das männliche Pendant heißt laut Bianca Frey vom städtischen Fachdienst Ordnung und Recht Politeur. „Aber wir verwenden die Bezeichnung Verkehrsüberwacher“, sagt Frey.

In dieser Funktion kontrolliert Dalibor nun regelmäßig in der Kernstadt und den Ortsteilen und ahndet vor allem Parkverstöße. Darüber hinaus prüft der 55-Jährige aber auch, ob TÜV-Plaketten an Autos, Wohnmobilen und Wohnwagen abgelaufen sind, Verkehrsschilder beschädigt wurden oder abgestellte Anhänger über längere Zeit Parkplätze in Anspruch nehmen.

Stadt setzt zunächst auf Aufklärung

Zu sehen ist Sehndes Verkehrsüberwacher derzeit verstärkt an der Mittelstraße. Weil die Verkehrssituation dort eine besondere ist, betreibt Dalibor allerdings lediglich Aufklärungsarbeit und befestigt Falschparkern eine Infopostkarte der Stadt an der Windschutzscheibe. Darauf sind noch einmal die an der Mittelstraße geltenden Regeln aufgeführt.

Die Mittelstraße ist demnach ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem die zulässige Höchstgeschwindigkeit 10 Kilometer pro Stunde beträgt. Das Parken ist lediglich in den dafür gekennzeichneten Flächen für eine Stunde erlaubt. Es muss zudem eine Parkscheibe gut sichtbar ausgelegt werden. Darüber hinaus gilt ein eingeschränktes Halteverbot. Autofahrer dürfen also nur zum Ein- und Aussteigen und zum Be- und Entladen halten – und das nicht länger als drei Minuten. Wer gegen die Regeln verstößt, muss spätestens ab September mit Knöllchen rechnen. Parkverstöße werden dann mit einem Verwarngeld in Höhe von 10 bis 30 Euro belegt.

An der Mittelstraße ist das Parken in den dafür gekennzeichneten Flächen für eine Stunde möglich. Autofahrer müssen dafür eine Parkscheibe gut sichtbar auslegen. Quelle: Katja Eggers

Schon 100 Verstöße an der Mittelstraße

Knöllchen gibt es spätestens ab September – wir wollen nicht gleich den Holzhammer rausholen“, betont Frey. Schließlich müssten sich viele Sehnder Autofahrer vermutlich erst an die neue Verkehrsüberwachung gewöhnen. Denn einen Kontrolleur für den ruhenden Verkehr hatte es in Sehnde das letzte Mal vor etwa vier Jahren gegeben. Bisher wurde im Sehnder Stadtgebiet nur sporadisch überwacht. Mitarbeiter der Stadt rückten bei Verkehrsbehinderungen oder Beschwerden aus.

In den Tagen, in den Dalibor schon als Verkehrsüberwacher – erkennbar an einer gelben Weste oder Jacke – im Einsatz ist, hat er an der Mittelstraße rund 100 Infokarten verteilt. „Eigentlich wären das alles Knöllchen. Das zeigt, wie groß der Handlungsbedarf dort ist“, betont Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Bei einem Wohnwagen in einem Ortsteil war eine TÜV-Plakette sogar neun Jahre abgelaufen. Dalibor selbst hat bei seiner Arbeit bisher überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Typische Ausreden wie „Ich bin gleich wieder da“ oder „Das habe ich nicht gewusst“ bekommt er immer wieder zu hören. „Die meisten Menschen sind aber einsichtig“, sagt Dalibor.

Passant drohte platte Reifen an

Es habe bisher nur eine einzige Drohung gegeben. „Ein Passant kündigte an, ich müsse mit vier platten Reifen an meinem privaten Auto rechnen, wenn ich ihm ein Knöllchen verpasse“, berichtet Dalibor. Der Verkehrsüberwacher bleibt jedoch gelassen. Er hat seine Tätigkeit zuvor in Frankfurt am Main ausgeführt. „Da erlebt man ganz andere Sachen, Sehnde ist ein Paradies dagegen“, sagt Dalibor und lacht. In der Main-Metropole ist er bei seiner Arbeit mitunter auch körperlich angegriffen und angespuckt worden. Pfefferspray gehörte daher ganz selbstverständlich zu seiner Ausrüstung.

Dalibor übt seine Tätigkeit in Vollzeit aus. Das Besondere: An zwei Tagen ist er in Sehnde im Einsatz, an drei Tagen in Algermissen, Harsum und Hohenhameln. Die drei Kommunen beteiligen sich an der Bezahlung und unterzeichnen dafür demnächst eine sogenannte interkommunale Vereinbarung. Zum 1. Oktober stellt die Stadt zudem einen weiteren Mitarbeiter für die Überwachung des fließenden Verkehrs ein.

Diskussionen auf Facebook

In den sozialen Netzwerken hat die neue Verkehrüberwachung an der Mittelstraße bereits für Diskussionen gesorgt. Auf Facebook schimpfte eine Sehnderin auf die Stadt. „Die Mittelstraße ist schon tot! Muss man jetzt die paar Leute, die da falsch parken, eventuell Ältere, auch noch vertreiben?“ Eine andere verwies hingegen auf die Parkplätze bei der Volksbank, am Backhausring und am Rathaus sowie auf die Tiefgarage von Edeka. An der Mittelstraße außerhalb der gekennzeichneten Flächen zu parken sei daher gar nicht nötig. „Ich finde es gut, wenn die Mittelstraße verkehrsberuhigt ist“, schrieb die Frau.

Von Katja Eggers

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