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Sehnde Bürgerglocke läutet jetzt für alle Sehnder
Aus der Region Region Hannover Sehnde Bürgerglocke läutet jetzt für alle Sehnder
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11:09 26.11.2018
Am Glockenturm versammeln sich die Gläubigen zur Glockenweihe durch Pastor Uwe Büttner. Quelle: Michael Schütz
Sehnde

Nichts weniger als die Geschichte beschworen zahlreiche Gäste, die mit den Sehnder Christen am Sonntagnachmittag die neue Glocke auf dem Sehnder Friedhof geweiht haben. „Dies ist eine Bürgerglocke für die Sehnder Geschichte“, sagte Siegtraut Elger, frühere langjährige Vorsitzende des Fördervereins der Kirche zum Heiligen Kreuz, der maßgeblich für das Sammeln der Spenden für die Glocke verantwortlich war. Die rund 60.000 Euro seien vor allem kleine Spenden der Sehnder gewesen, sagte Kreuzkirchenpastor Uwe Büttner. Und auf diesen Umstand hob auch Holger Söchtig ab, der die Projektleitung hatte: „Ohne die Sehnder Spender und die beteiligten Handwerker und Ingenieure wäre die Anschaffung der Glocke nicht möglich gewesen“, sagte er bei der feierlichen Einweihungszeremonie in der vor Besuchern überquellenden Friedhofskapelle.

In der überfüllten Friedhofskapelle wird bei der Glockenweihe am Ewigkeitssonntag mit Lichtern auch der Toten gedacht. Quelle: Michael Schütz

Die Geschichte hinter der Glocke spielte bei der Einweihung natürlich eine große Rolle, denn die Entwidmung des Bonhoefferhauses im Jahr 2012 brachte das Projekt ins Rollen, wie Söchtig erklärte. Damals wollte man den Kirchturm vor der Kirche am Papenholz direkt auf den Friedhof bringen und dort wieder aufstellen, da der Gottesacker bisher noch nie eine Glocke gehabt hatte. Der Umzug des Turms erwies sich aber als zu kostspielig, und die Glocke selbst stellte sich als Leihgabe der Gemeinde Rethmar heraus. Also musste eine neue her.

Sechs Jahre dauerte es, bis mit Konzerten, Turmbesichtigungen in der Kreuzkirche oder über Spenden bei Familienfeiern genügend Geld gesammelt worden war. Den Entwurf für den Turm steuerte Michael Frehrking bei, der Bruder der Sehnder Pastorin Damaris Frehrking. Er arbeitet im Peiner Ingenieurbüro (pib) und ließ sich von Albrecht Dürers Zeichnung „Betende Hände“ inspirieren. „Das ist keine alltägliche Konstruktion“, befand pib-Geschäftsführer Bernd Brümmer, der den erkrankten Frehrking vertrat.

Der Glockenturm erinnert an Dürers Betende Hände. Quelle: Michael Schütz

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke lobte die Beharrlichkeit der Gemeindeglieder der Kreuzkirche. „Sie haben weitergemacht, wenn man geglaubt hat, es geht nicht mehr weiter.“ Er freue sich über die Glocke, denn „das Fehlen einer Glocke war uns über Jahrzehnte ein Anliegen.“

Die Kreuzkirchengemeinde habe zwar den rechtlichen Rahmen für das Projekt gestellt, sagte Büttner, aber die Glocke soll für alle Sehnder läuten – ein Umstand, den besonders Achim Ullrich von der Bibelgemeinde hervorhob. In seiner Tätigkeit als Trauerredner auf nichtkonfessionellen Beerdigungen habe er es oft erlebt, dass die Glocke nicht geläutet werden durfte. „Das war den Trauernden oft schmerzlich.“

Die Superintendentin des Kirchenkreises Burgdorf, Sabine Preuschoff, brachte schließlich auch eine Prise Humor in die Weihe, als sie die dreieinhalb Tonnen Gewicht des metallenen Glockenturms ansprach: „Das ist Heavy Metal“, meinte sie. Preuschoff, Lehrke, Büttner und Pfarrer Klemens Teichert als Vertreter der katholischen Gläubigen in Sehnde gingen schließlich gemeinsam daran, die Glocke hinter der Kapelle von ihrer Umhüllung zu befreien und zum ersten Mal offiziell zum Klingen zu bringen.

Superintendentin Sabine Preuschoff (von links), Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und Pastor Uwe Büttner enthüllen die neue Glocke. Quelle: Michael Schütz

Von Michael Schütz

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