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Sehnde Freienfahne ist nun der Hingucker im Museum
Aus der Region Region Hannover Sehnde Freienfahne ist nun der Hingucker im Museum
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00:25 08.11.2017
Heinrich Prinz von Hannover spricht im Kutschersaal des Gutshofs Rethmar über seine welfischen Vorfahren Quelle: Michael Schütz
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Rethmar

Die Ansprache des Welfen glich dabei eher einem Grußwort, das er aus dem Stegreif hielt. Die Fahne, die 1863 dem damaligen König Georg V. von Hannover anlässlich eines Freienschießens übergeben werden sollte, sei eine Huldigung an den Landesherrn gewesen, sagte Georgs Ururenkel im Kutschersaal des Gutshofs. "Damit wollten die Freien ihre Rechte behalten." Von Hannover bezog sich dabei auf die Auflösung der Körperschaft des Großen Freien im Jahr 1859, als es in das Amt Ilten überging. Der Göttinger Verleger zog Parallelen zum heutigen Europa. "Brüssel ruft und nimmt uns unsere Kompetenzen weg", sagte der Welfe. Man müsse darüber diskutieren, was man geben und was man behalten möchte. Von Hannover sah in der Fahne ein Symbol des Föderalismus. "Achten Sie auf die Fahne, dann wissen Sie, wo Sie herkommen."

Hinrich Stulle beleuchtete indes die Geschichte der Welfenfahne. Der Dolgener ist Deputierter der Reihenstellenbesitzer des Großen Freien und damit so etwas wie der Chef dieser ehemaligen Körperschaft, die heute in der Jägerschaft, bei den Schützen und den Landwirten weiterlebt. Er bestätigte, dass die Fahne im Flakenbruch zwischen Lehrte und Ilten dem König übergeben werden sollte - zusammen mit einer Petition zur Wiederherstellung des Großen Freien. "Der König war aber schlau, denn er erschien nicht", sagte Stulle.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Fahne dann fast in die USA gekommen, habe aber gerettet werden können. Der Gebrauch und das Alter hatten ihr später zugesetzt, sagte Stulle, sodass sie im Historischen Museum in Hannover aufbewahrt werden musste. Jetzt ist sie auf Initiative des Regionalmuseums Sehnde restauriert worden und kann in Rethmar besichtigt werden. "Sie ist der Höhepunkt der Ausstellung", wertete Stulle.

Da die Fahne selbst nicht aus der Glasvitrine genommen werden durfte, hatte Stulle eine Minivariante mitgebracht, die er dem in mittelalterlicher Bauernkleidung gewandeten Leiter des Museums, Erhard Niemann, übergab.   

Von Michael Schütz

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