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Springe Oldtimertreffen in Eldagsen: Drei Tage voller Power, Party und Pulling
Aus der Region Region Hannover Springe Oldtimertreffen in Eldagsen: Drei Tage voller Power, Party und Pulling
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11:53 09.09.2019
Letztlich kein „Full Pull“: Ein Mitglied der Schlepperfreunde Hastenbeck probiert sein Glück beim Traktor-Pulling, ringt den schweren Bremswagen mit seinem Deutz aber nicht über die Ziellinie. Quelle: foto: Reinhold Krause
Eldagsen

Wer alte PS-Boliden aus der Landwirtschaft liebt, der war am Wochenende Auf dem Sichter in Eldagsen bestens bedient. Das abgemähte Getreidefeld unterhalb der Scheune entwickelte sich zum Mekka alter Traktoren sowie landwirtschaftlicher Maschinen und lockte mehrere Hundert Besucher an. Nebeneinander aufgereiht standen Fabrikate ehemaliger und aktueller Traktorenhersteller wie Lanz Bulldog, Hanomag, Eicher, Deutz oder Ford. Im Fokus der Besucher standen exotische Fabrikate, manche liebevoll restauriert. Einige der Fahrzeuge haben eine lange Geschichte hinter sich – darunter der Lanz Bulldog Nachbau Ursus, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Polen ohne jegliche Lizenz kopiert und auf den Markt gebracht wurde.

Wettbewerb auf der Pull-Strecke verzögert sich

Drei Tage Power, Party, Traktor-Pulling. Die Spuren der Heartbreak's Scheunenparty zum Auftakt des Treffens am Freitag in standen manchen noch ins Gesicht geschrieben. Hier und da saßen die Freunde alter Traktoren zusammen, während auf dem Gelände vereinzelt Ackerschlepper ihre rauchigen Dieselfahnen in den grauen, wolkenbehangenen Himmel schickten. Dazwischen ein entspannter Frank Ohm. Es ist bereits das 13. Oldtimertreffen, das er mit einem 15-köpfigen Team veranstaltet.Am Sonnabendvormittag hinkte die Veranstaltung, denn zum angekündigten Beginn waren noch keine Wettbewerbsaktivitäten auf der Pulling-Strecke zu sehen. „Das liegt daran“, erklärte Ohm, „dass die mit dem Transport des Bremswagens in Langlingen erst um acht Uhr abgefahren sind.“

Kurzerhand wurde der Start auf 13 Uhr verlegt. Nun begannen die eigentlichen Vorbereitungen für den Wettbewerb: Die abgesperrte Strecke wurde präpariert, indem die im Boden verbliebenen Getreidewurzeln maschinell gerodet wurden, sodass eine glatte Ackerfläche entstand.

Ziel des Traktor-Pullings ist der „Full Pull“

Nach Eintreffen des Bremswagens versuchten 40 Teilnehmer – aufgeteilt in fünf Klassen von 22 bis 125 PS sowie eine Klasse mit Gespannen bis 100 PS – den Wagen über eine Distanz von 80 Metern zu ziehen. Nur wenigen gelang ein Full Pull, also das Erreichen des Ziels.

Das Traktor-Pulling ist keine reine Männerdomäne: Zwei Frauen brachten sich erfolgreich ein, wobei Karin Gehrke einen „Full Pull“ hinlegte. Jobst-Hinrich Piepenbrink, Vorsitzender des Traktor-Pulling-Clubs Wahrendahl und versierter Fachmann alter Traktoren, informierte humorvoll über Teilnehmer und deren Fahrzeuge.

Auch Dreschen wie zu Großvaters Zeiten konnten Besucher hautnah erleben. Der Mähbinder aus den 1940er-Jahren zeigte ebenfalls Einsatzbereitschaft. Am Sonntag starteten die Teilnehmer unter anderen Vorzeichen. Dann waren nicht mehr die PS-Stärken der Traktoren maßgebend, sondern deren Gewichtsklassen.

Zu viele Veranstaltungen für die Oldtimervereine

Bratwurst, Bier, belegte Brötchen sowie Kaffee und Kuchen sorgten nebenher für ein Schlemmererlebnis der Oldtimerfans. Die Teilnahmebereitschaft vieler Oldtimervereine zeigte sich unverkennbar geringer als im vergangenen Jahr: In der Camping- und Bauwagenzone klafften große Lücken. „Es gibt zu viele Veranstaltungen hintereinander“, erklärte ein Mitglied aus Wahrendahl. „Wir sind seit einigen Wochen jedes Wochenende unterwegs, zuletzt in Jeinsen. Da lässt die Lust nach und viele sind deshalb erst gar nicht mehr nach Eldagsen gefahren“, resümierte Detlef Hoheisel.

Um die Termindichte zu reduzieren, schlug eine Eldagserin vor, dass sich Oldtimervereine oder Veranstalter benachbarter Ortschaften gemeinsam absprechen und klären, ob es sinnvoller wäre, die Veranstaltungen im Zweijahreswechsel anzubieten.

Von Reinhold Krause