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Springe Erfolgreiche Nabu-Aktion: Es blüht in der Stadt
Aus der Region Region Hannover Springe Erfolgreiche Nabu-Aktion: Es blüht in der Stadt
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12:09 25.07.2019
Es blüht so bunt: Wilhelm Niedermeier ist stolz auf seine Bienenbrache Quelle: Ralf T. Mischer
Springe/Eldagsen

Es tut sich was! Immer mehr Gartenbesitzer und Landwirte säen auf größeren Flächen Blühpflanzen aus. Die Kleingärtner kommen einer Initiative nach, die der Nabu Springe in diesem Jahr gestartet hat, und etliche Landwirte im Stadtgebiet beteiligen sich an einem Projekt, das die Region gemeinsam mit der Stiftung Kulturlandpflege und dem Kreisverband Hannover des Landvolks anbietet. Eine Übersicht darüber, warum es in Springe wieder mehr blüht.

„Springe blüht auf“: Unter diesem Motto hat der Nabu in Springe eine Aktion gegen das Insektensterben gestartet. Unter anderem wurden Saatbeutelchen mit insektenfreundlichen Blumensamen verteilt, überdies wurden Gartenbesitzer, die sie ausgesät haben, dazu aufgerufen, ihre Blumenmeere im heimischen Garten zu fotografieren und an den Nabu zu schicken.

Nabu ruft zum Fotografieren der Blütenpracht auf

Diese Aktion zeigt jetzt, laut Christian Albert vom Nabu, erste Ergebnisse: „Über siebentausend Tütchen mit mehrjährigen Wildblumensamen für je einen Quadratmeter Blühfläche sind verteilt worden.“

Darum hätten sich freundlicherweise die Ortsräte in Springe, Lüdersen, Gestorf, Bennigsen, Völksen und Altenhagen I sowie der Nabu Springe gekümmert und die Tütchen direkt an Garten-und Balkonbesitzer kostenlos verteilt, berichtet Albert. Damit könne den sechsbeinigen, unersetzlichen Bestäubern mit vielen kleinen, nektarspendenden Energietankstellen geholfen werden.

22 Arten ausgesät

Positives weiß auch der Landwirt Wilhelm Niedermeier aus Eldagsen zu berichten. Ende Mai hat er auf einer 0,2 Hektar großen Fläche am Diekesbeegsweg eine Blühmischung mit 22 Arten ausgesät – zusätzlich zu den EU-Ausgleichsflächen. „Da sind Sonnenblumen dabei, es gibt Senfsaat, Buchweizen, Dill. Die Mischung wurde gemeinsam mit Experten vom BUND zusammengestellt“, sagt er. Im Mittelpunkt der Aktion solle der Schutz der Wildbienen stehen.

In der Tat lässt sich das Summen und Brummen über der zwölf Meter breiten Blühfläche hören. Niedermeier musste das Saatgut lediglich in den Boden bringen – bezahlt wurde die Samenmischung von den Fördergebern.

Das Projekt ist bereits im zweiten Jahr, die Zahl der Landwirte, die sich daran beteiligen, ist seitdem gestiegen. In diesem Jahr nahmen im Stadtgebiet Springe sechs Landwirte teil – und bieten insgesamt 8,5 Hektar feinster Blühflächen für Bienen, Hummeln und Co. an – insgesamt 85 000 Quadratmeter. „Diese Bienenbrache bleibt bis mindestens zum 30. September stehen“, erläutert der Eldagsener, „denn das ist so in der Förderung vorgeschrieben“.

Generell ist Niedermeier davon überzeugt, dass die Landwirte bereits seit einigen Jahren ihr Bewusstsein für die Bedeutung von Blühflächen geschärft haben. Das Projekt der Region gemeinsam mit der Stiftung Kulturlandschaft kommt vielen dabei offenbar gerade zur rechten Zeit.

Insektenfreundliche Blühquadratmeter

Mit Blick auf die Garten- und Balkonbesitzer erinnert Albert vom Nabu noch einmal an den „kleinen Blühwettbewerb“, der der Nabu-Aktion einen zusätzlichen Impuls geben soll, den insektenfreundlichen Blühquadratmeter anzulegen und auszusäen. „Inzwischen trudeln erste Erfolgsnachweise in Form von Bildern bei uns ein. Erstaunlich, was da schon zu sehen ist!“

Grundstück wird zur Blühwiese

Bemerkenswert sei darüber hinaus das naturfreundliche Engagement einzelner Springer Bürger. So hätte sich Rolf Dießelhorst aus Springe seinerzeit beim Nabu-Infostand am Wochenmarkt sachkundig gemacht und sich auf Empfehlung direkt mit dem Saatgutlieferanten in Verbindung gesetzt. Dießelhorst wollte von seinem allein bewirtschafteten 2000-Quadratmeter-Grundstück etwa 600 Quadratmeter, das sind 0,06 Hektar, in eine Blühwiese umwandeln. Nabu-Mitglied Christian Albert konnte sich jetzt vor Ort von dem großartigen Blühergebnis überzeugen.

Zuvor war allerdings Arbeit angesagt. So hat der ehemalige Gärtner zunächst die Rasenfläche extrem kurz gemäht und danach mehrfach vertikutiert und mit Sand zusätzlich abgemagert.

Regionsspezifische Saatgutmischung

Am 14. Mai brachte er die regionsspezifische Saatgutmischung „Schmetterlings-und Wildblumensaum“ per Hand aus und walzte sie an. Schon nach zweieinhalb Wochen zeigten sich die ersten Pflanzen wie Ackersenf, Wiesenglockenblume, Margerite, Kornblume, Dost, diverse Kleesorten und viele mehr. Im Laufe der Zeit sind über 70 Wildblumen-und Gräserarten zu erwarten, einige davon erst im nächsten Jahr. Glücklicherweise sorgten Regengüsse für die notwendige Feuchtigkeit in der Startphase.

Fast jeden Tag entdeckt der Hobbygärtner neue Wildblumenarten, die nachwachsen und erfreut sich an der Blütenpracht und ihrer Anziehungskraft auf so viele verschiedenartige Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co.

Alberts Urteil: „Es summt und brummt – ein toller Beitrag zu Springe blüht auf. Nachahmung empfohlen!“

Nabu freut sich über Bilder blühender Ergebnisse

Albert erinnert in dem Zusammenhang an die Nabu-Blüh-Foto-Aktion. Der Nabu und mit ihm die vierköpfige Jury um Anike Molgedey (Stadtmarketing), Heiko Brede (Niedersächsische Landesforsten), Ralf. T Mischer („Neue Deister Zeitung“) und Micheal Borgolte vom Nabu freuen sich über viele weitere sehenswerte Blühergebnisse. Einsendeschluss für die Fotos ist Sonnabend, 31. August.

Die Bilder sollten geschickt werden an die Mail-Adresse aufbluehen@nabu-springe.de per Post an NABU-Springe e.V., Postfach 100361, 31815 Springe.

Von Ralf T. Mischer