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Springe Streit ums SPR-Kennzeichen: FDP macht ernst
Aus der Region Region Hannover Springe Streit ums SPR-Kennzeichen: FDP macht ernst
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17:55 15.09.2019
Die Region will nur das H-Kennzeichen für Regionsbewohner zulassen – das alte SPR-Kennzeichen sollen weiterhin nur Fahrzeuge tragen dürfen, die seit der Gebietsreform nicht abgemeldet wurden. Quelle: foto: Christian Zett
Springe

Kann Bürgermeister Christian Springfeld die Regionspolitik von der Rückkehr zum SPR-Kennzeichen überzeugen? Wenn am 23. Oktober der dortige Ordnungsausschuss über einen entsprechenden Antrag berät, hat Springfeld seine Unterstützung signalisiert: Wolle der Ausschuss auch die Bürgermeister anhören, stehe er zur Verfügung.

Der FDP geht es um die Wiedereinführung der 1974 eingestellten Kennzeichen SPR (Springe), NRÜ (Neustadt/Rübenberge) und BU (Burgdorf). Damals waren auch die gleichnamigen Landkreise aufgelöst worden. Und nach einer Anfrage an die Region (wir berichteten) hat die Fraktion nun auch einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Region lehnt die deutschlandweit in zahlreichen Landkreisen erfolgte Wiedereinführung ab – vor allem mit Verweis auf das H-Kennzeichen als verbindendes Element für alle Regionskommunen.

Antrag auf Wiedereinführung braucht Mehrheit in der Regionsversammlung

Und auch die SPD als Partei von Regionspräsident Hauke Jagau ist dagegen – ebenso wie die Grünen. Weil die FDP allein keine Mehrheit in der Regionsversammlung hat, hätte sie nur eine Chance, wenn sich alle anderen Mitglieder ihrem Antrag anschließen. Zumindest auf die CDU hofft man unter Umständen: Schließlich hatte die vor einigen Jahren einen ähnlichen Antrag gestellt. Seit der Wahl 2016 sind die Christdemokraten allerdings in einer großen Koalition mit der SPD. Und haben bisher offiziell nicht viel mehr als eine entspannte Haltung zu dem Thema ausgewiesen.

Springfeld unterstützt Rückkehr des SPR-Kennzeichens

Springfeld macht aus seiner Unterstützung keinen Hehl: Der Aufwand sei „nicht größer als zwei Klicks im Computer“ – und im Gegenzug hätten die Autofahrer die Wahlfreiheit.

Ungewöhnlich ist indes der Umstand, dass der FDP-Antrag die neuen Kennzeichen nur den Einwohnern mit Sitz im Gebiet der drei Altkreise ermöglichen soll. Die Gesetzlage, die auch anderswo gilt, sieht eigentlich vor, dass neue und alte Kennzeichen landkreisweit gleichberechtigt gelten. So wird es auch in den Nachbarkreisen Schaumburg (SHG und RI) sowie Hildesheim (HI und ALF) praktiziert.

Mehr Alternativen bei Wunschkennzeichen

Ein Vorteil: Werden bestimmte Wunschkennzeichen oder besonders kurze Kombinationen knapp, kann man auf mehr Alternativen ausweichen. Die Region betont auf Anfrage, das sei mit dem H bislang kein Problem: „Jedes Fahrzeug, dass bauartbedingt auf ein kurzes Kennzeichen angewiesen ist, erhält auch ein solches.“ Zur Zahl abgelehnter Wunschkennzeichen führe man keine Statistik, weil die Abfragen auch automatisiert per Internet eingehen.

Das Argument der Einheitlichkeit der Region weist die FDP in ihrem Antrag übrigens zurück: Annähernd 18 Jahre nach deren Gründung werde die Region „durch eine verstetigte enge Zusammenarbeit heutzutage auf vielen Gebieten zunehmend als eine Einheit wahrgenommen“. Durch die nun angestrebte Kennzeichen-liberalisierung könne „ein positives Regionsimage noch weiter verstärkt werden“.

Von Christian Zett