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Springe Stadt will Friedhofsflächen in Bauland umwandeln
Aus der Region Region Hannover Springe Stadt will Friedhofsflächen in Bauland umwandeln
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16:53 05.06.2019
Freie Flächen sind gerade im hinteren Teil des Friedhofs an der Völksener Straße nicht gerade Mangelware. Quelle: Foto
Springe

Das Problem, sagt der zuständige Fachdienstleiter Gerd Gennat, habe sich in den vergangenen Jahren nach und nach verschärft. „Mitte der Neunzigerjahre sah es auf einigen Friedhöfen noch extrem eng aus", erinnert er sich. Doch dann drehte sich der Wind – gleich in mehrfacher Hinsicht. Die Zahl der Bestattungen nahm ab, gleichzeitig wählten immer mehr Menschen ein Urnengrab statt der klassischen Erdbestattung im Sarg. Letzteres brauche im Vergleich aber zehnmal mehr Fläche als die Urne, sagt Gennat. Der Trend zum neuen Waldfriedhof an der Sophienhöhe tat sein Übriges; auf immer mehr städtischen Friedhöfen sind große Flächen ungenutzt. Beispiel Altenhagen I: Dort hatte die Stadt schon vor Jahren einen Vorstoß gestartet, im Westen entlang der Süntelstraße bis zu fünf Grundstücke zu schaffen. Diese seien zwar relativ klein, hieß es damals – dafür sei die Wohnlage ruhig und naturnah. Doch das Projekt kam bislang nie über erste Planungen hinaus.

Doch Überlegungen gibt es auch anderswo: Wie berichtet, plant die Stadt – bislang weitgehend hinter den Kulissen –, bislang noch nicht umgewandelte Reservefelder neben dem Friedhof an der Hamelner Straße als Bauland zu nutzen. Dort könne jedoch auch ein Teil des bestehenden und nicht mehr gebrauchten Friedhofsgeländes genutzt werden, sagt Gennat. Beliebter dürfte das potenzielle Gebiet dort werden, wenn die Region tatsächlich, quasi in Gehweite, einen weiteren Kernstadtbahnhof baut. Auch der Friedhof an der Völksener Straße sei zu groß; im hinteren Bereich seien durchaus Grundstücke denkbar. In Völksen sei ebenfalls die Aufgabe von Randflächen angedacht und diskutiert worden. Auch hier spreche man aber, betont Gennat, von einem Zeitrahmen von zehn bis 20 Jahren. In Bennigsen, Gestorf, Lüdersen oder Alvesrode gebe es hingegen keine akuten Probleme. In Eldagsen, Völksen und den Klosterdörfern um Holtensen befinden sich die Friedhöfe in kirchlicher Hand.

Für Gennat ist das Thema aber nicht nur eine Frage der effizienten Raumnutzung: Denn die Größe des Friedhofs spiele eine Rolle bei der Gebührenberechnung, betont er – so treibe man mit ungenutzten Flächen die Kosten in die Höhe. Dazu komme der erhöhte Aufwand durch Pflege – auch in nicht belegten Bereichen.

Von Christian Zett