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Springe Die Konjunkturdelle kommt in Springe an
Aus der Region Region Hannover Springe Die Konjunkturdelle kommt in Springe an
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18:57 31.05.2019
Die Chance, Arbeit über das Jobcenter vermittelt zu bekommen, ist für Springer statistisch gesehen geringer geworden: Im vergangenen Monat sank die Zahl der angebotenen Stellen. Quelle: foto: Ralf T. Mischer
Springe

Der Konjunkturmotor kommt ins Stottern – und das macht sich nun erstmals auch in Springe bemerkbar: Arbeitgeber am Deister schaffen im Mai weniger neue Arbeitsplätze als in den Vorjahren. Lange Zeit war die Zahl der neuen Stellen stetig gestiegen.

„Die Konjunkturdelle kommt auch in Springe an“, sagt Holger Habenicht, Sprecher der zuständigen Arbeitsagentur Hannover. Regionsweit verzeichnen die Experten einen Einbruch bei den neu gemeldeten Stellen um 25,7 Prozent.

Noch kaum Auswirkungen des Stellenrückgangs

Noch wirkt sich dieser Stellenrückgang aber kaum merklich auf den Arbeitsmarkt in Springe aus. Die Zahl der Arbeitslosen ist von April auf Mai um 57 auf 770 Personen gestiegen. Das sind elf Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Laut Habenicht betrifft der Stelleneinbruch im Bereich des Deisters besonders Jobs in der Zeitarbeit und im gewerblichen Bereich, aber auch Angebote für Techniker und Lageristen werden nicht mehr so oft eingestellt wie im gleichen Zeitraum vor einem Jahr.

Von Fachkräftemangel betroffen

Nichts ändern wird diese Situation aber absehbar am Fachkräftemangel, von dem auch Branchen in Springe betroffen seien. „Für ausgebildete Fachkräfte ist der Arbeitsmarkt weiterhin sehr gut. Eine Ausbildung ist daher die wichtigste Grundlage für das Berufsleben“, sagt David Rönisch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hannover.

Konkret lesen sich die Zahlen zwar noch nicht dramatisch, markieren laut der Experten aber womöglich einen Trend nach unten: Im Mai 2019 meldeten Arbeitgeber 39 Stellen weniger als im Mai des Vorjahres, und seit Januar entstanden 247 neue Stellen in Springe, das bedeutet im Vergleich zu 2018 eine Abnahme von 23 Jobs.

Wenig erkennbaren Einfluss auf die Statistik nimmt in Springe eine Überprüfung der Statuseinträge der Leistungsempfänger zur Arbeitslosigkeit seitens der Jobcenter.

Zahl der Hartz-IV-Empfänger gestiegen – aber im Monatsvergleich weniger

Landesweit sorgten diese Zahlen für Wirbel in der Statistik, die die Zahl der Hartz-IV-Empfänger erfasst. Eine deutliche Verschiebung nach oben ist in Springe indes nicht zu erkennen: Die Zahl derer, die Grundsicherung beziehen, ist in Springe um 25 Personen auf 465 gestiegen – aber im Vergleich zum Mai 2018 sind das sogar 40 Personen weniger.

Von Ralf T. Mischer