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Springe Lastwagen dürfen weiter passieren
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18:32 11.10.2019
Wenn sich zwei Lastwagen begegnen, wird es eng in Ohndorf. Eine einseitige Durchfahrtssperre kommt dennoch nicht infrage.   Quelle: foto: Isabell Remmers
Ohndorf

Die Sperrung der B 65 zwischen Bad Nenndorf und Beckedorf sorgt in vielen Dörfern, die an der Umleitungsstrecke liegen, für Ärger. In Ohndorf sind es vor allem Lkw, die nicht nur das Durchkommen erschweren, sondern auch mehrfach Fußgänger und Kinder in Gefahr bringen. Anwohner Thomas Kelbel hat nach eigenen Berichten nun schon mehrfach mit angesehen, wie Lastwagen, die sich in Ohndorf entgegenkommen, auf Bürgersteige ausweichen. „Ich konnte zweimal beobachten, dass Grundschüler aufgrund der Begegnung zweier Lkw, die auf den Fußweg ausgewichen sind, in lebensbedrohliche Situationen gerieten“, so der Ohndorfer. Daher plädiere er dafür, dass es eine einseitige Durchfahrtssperre für Lkw, die entgegen der ausgeschilderten Umleitungsstrecke unterwegs sind, gebe.

Markus Brockmann von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenausbau und Verkehr betont, dass dieses Problem bekannt sei. „Bereits im Vorfeld der Bauarbeiten haben wir damit gerechnet, dass es einige Schwierigkeiten geben wird“, so der Leiter des Geschäftsbereichs Hameln. Es habe für alle Bereiche der Umleitungsstrecke viele Abstimmungen mit der Polizei und der zuständigen Verkehrsbehörde gegeben, wobei alle Probleme besprochen worden seien.

Einseitige Sperre nicht sinnvoll?

Eine einseitige Sperre für den Lkw-Verkehr hält Brockmann allerdings nicht für sinnvoll. „Weitere Einschränkungen würden nicht nur den Durchgangsverkehr betreffen, sondern auch den Schaumburger Verkehr“, sagt der Behördenleiter. So könnten von einem Verbot auch Schulbusse betroffen sein.

Auch das Durchsetzen eines solchen Verbotes hält er für schwierig, da Lastwagenfahrer häufig ein spezielles Navigationsgerät nutzen und sich daher nur selten an ausgeschilderte Umleitungen halten würden. „Ich habe dafür auch ein wenig Verständnis. Die nicht Ortskundigen sind halt froh, wenn sie einen Weg finden“, so Brockmann.

Für den Ohndorfer Kelbel steht aber vor allem das Wohl der Schulkinder, die in dem Dorf unterwegs sind, im Vordergrund: „Schüler, die bei dem erheblichen Verkehrsaufkommen schon Schwierigkeiten haben, den gegenüberliegenden Bürgersteig sicher zu erreichen.“ Eine Fußgängerampel sei in diesem Bereich dennoch nicht geplant, wie Brockmann mitteilt. „Wir haben viele Fußgängerampeln nachträglich angeordnet“, erklärt der Behördenmitarbeiter. Für den betreffenden Bereich sei keine Notwendigkeit gesehen worden. Dieses sei zusammen mit der Polizei und der Verkehrsbehörde entschieden worden.

Erhöhte Geschwindigkeit sorgt für Gefahrensituation

Für Kelbel stellt zudem die erhöhte Geschwindigkeit vieler Verkehrsteilnehmer in Ohndorf eine Gefahrensituation dar. Auch Autofahrer würden sich nur selten an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. „Die eingerichteten beidseitigen absoluten Halteverbote in der Ortsdurchfahrt sind insofern kontraproduktiv“, so der Ohndorfer. Er würde sich mehr Geschwindigkeitskontrollen wünschen.

Auch hier kann Brockmann nur wenig Abhilfe schaffen, da die Kontrollen von der Polizei und nicht von der Behörde angeordnet werden. Dennoch betont er, dass die immer wieder eintreffenden Beschwerden sehr ernst genommen werden, „gerade wenn Kinder oder ältere Leute gefährdet sind“. Der Behörde sei bewusst, dass es für die Sperrung der B 65 keine „richtig gute Umleitung gibt“. Brockmann appelliert daher, die Umleitungen auch in die vorgeschriebene Richtung zu nutzen.

Brockmann zeigt Verständnis für die Beschwerden der Anwohner: „Wir sind alle froh, wenn die Baustelle beendet ist. Ganz furchtbar lange wird es nicht mehr dauern.“ Zwischen dem 23. und 25. Oktober soll der erste Bauabschnitt wieder freigegeben werden.

Von Isabell Remmers