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Springe Lüderser erfindet Trend-Trinkflasche
Aus der Region Region Hannover Springe Lüderser erfindet Trend-Trinkflasche
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15:05 28.07.2019
„Der Nutzer soll nicht darüber nachdenken, ob es geht. Es muss gehen“: Steffen Stimpel (38) hat eine maritime Trinkflasche kreiert, die genauso heißt, wie seine neue Firma in Lüdersen: „Zeitbuddels“. Fotos: Marita Scheffler
Springe

Stimpels Suche nach der perfekten Reiseflasche aus Glas, die praktisch, schön und nachhaltig ist, dauerte zweieinhalb Jahre –  und geht jetzt als Sommerprodukt 2019 durch die Decke: Vier Monate nach dem Verkaufsstart im Einzelhandel sind die „Zeitbuddels“ bereits in 80 Shops zwischen Sylt, Frankfurt und Jena erhältlich.

„Ich habe jahrelang zu wenig getrunken“, erinnert sich der gelernte Kfz-Mechaniker und spätere Betriebswirt, warum er eines Tages grübelnd auf seiner Terrasse am Linderter Weg saß – und dort nach dem perfekten Wasserbehälter zum Mitnehmen suchte. „Zwei Liter sollen es am Tag ja sein. Ich bin oft nicht mal auf einen gekommen. Das ging auf Dauer tierisch auf den Kreislauf.“

Eine lange Suche

Auf seinen Dienstfahrten begleitete ihn dann erst ein Berg Plastikflaschen („Der Inhalt schmeckt schon nach ein paar Tagen nicht mehr wirklich“), anschließend zog eine Kiste mit Glasflaschen in den Kofferraum ein. „Aber sechs Stunden Kling-Klang? Nein danke.“

Stimpel landete bei einer Mehrweg-Glasflasche, die er mit Leitungswasser befüllte. Und staunte, dass es einen eigenen Markt für Reisepullen gibt. Nur: Mal vertrugen die keine Kohlensäure, dann platzte der Boden in der Spülmasche ab, bei anderen Modelle rubbelte nach kurzer Zeit das Dekor ab, die nächsten waren so klobig, dass Frauen sie als unhandlich bezeichneten. Und: Behälter mit einem Fassungsvermögen von einem Liter entdeckte Stimpel kaum.

Der Lüderser arbeitete damals für eine Firma, die Markier- und Schneidlaser verkauft. Er hatte täglich mit kleinen Händlern zu tun, die eigene Produkte kreieren und erinnerte sich, wie er sich schon als 20-Jähriger wünschte: „Mal etwas zu erfinden, was die Leute lieben und was sowohl dem Menschen als auch der Umwelt nutzt“.

Öko, nachhaltig, fair

Zweieinhalb Jahre investierte der 38-Jährige, bis seine „Zeitbuddel“ („Ich wollte unbedingt einen deutschen Namen“) mit allen Feinheiten fertig war. Vor allem der Verschluss war tückisch. Der sollte komplett frei von Weichmachern und Schadstoffen sein, damit selbst Kleinkinder bedenkenlos aus dem Deckel trinken können. Außerdem wollte er „ökologisch nachhaltig fair“ in Deutschland produzieren: „Etwas Fertiges aus dem Ausland zu importieren und bedrucken zu lassen, war für mich ausgeschlossen.“

Passend dazu startete Stimpel den Einzelhandelsverkauf vor gut vier Monaten bei „Bio am Markt“ in Springe. Mittlerweile kommt fast täglich eine weitere Verkaufsadresse dazu, in kleinen Shops genauso wie in Modeläden.

Und auch der Online-Vertrieb über seine Seite „zeitbuddels.de“ brummt. Im Schnitt werden zwei bis drei Flaschen pro Bestellung geordert, sagt Stimpel. Was selbst ihn verwundert: 40 Prozent der Privatkunden würden innerhalb weniger Wochen nachbestellen; mit dem Vermerk, dass jetzt auch Freunde oder Kollegen ihren Durst mit einer „Zeitbuddel“ stillen wollen.

142 unterschiedliche Designs

33,5 Zentimeter hoch, 735 Gramm schwer und mit einem Durchmesser von 7,5 Zentimetern auch für kleine Frauenhände gemacht: Die „Zeitbuddels“ von Steffen Stimpel sind Glasflaschen, die zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs einfach mit Leitungswasser aufgefüllt werden können.

Auch Sprudelwasser verträgt der Verschluss. Besonderes Merkmal der Trinkflasche sind die Gummiringe, die das Glas beim Umfallen schützen, den Wasserstand markieren und insgesamt 142 Designvarianten bieten. Die Flasche gibt es mit drei unterschiedlichen Aufdrucken – auch eine für Nachtarbeiter. Eine „Zeitbuddel“ kostet zwischen je nach Design 27,50 bis 35 Euro.

Von Marita Scheffler