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Springe Museum Springe eröffnet Weihnachtsausstellung
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18:59 28.11.2018
Weihnachten im Wandel der Zeit: Susanne Deutscher (links) und Heidi Dopheide schmücken den Tannenwald für die Ausstellung ... Quelle: FOTOS: Saskia Helmbrecht
Springe

„Früher war mehr Lametta“: Hatte der verstorbene Humorist Loriot in seiner Rolle als Opa Hoppenstedt recht und die Weihnachtsfeste waren früher schöner und besinnlicher? Um die Bräuche und Sitten im Wandel der Zeit dreht sich jetzt die neue Weihnachtsausstellung im Museum auf dem Burghof.

Wer durch die Ausstellung schlendert, kommt sofort in Weihnachtsstimmung: Von Adventskalendern an den Wänden bis zu Krippen und Lichterbögen verwandelt sich das Museum in diesem Jahr in ein kleines Weihnachtsdorf – statt Vitrinen erwartet die Besucher in einer Ecke sogar ein bunt geschmückter Tannenwald.

Direkt am Eingang hat das Museumsteam alte Ausstechformen und Teigroller ausgestellt. Denn schließlich darf das Keksebacken in der Adventszeit nicht fehlen. Das Besondere: Die meisten Exponate kommen von den Springern selbst, sagt Museumschefin Heidi Dopheide. Anfang des Jahres hatte das Team einen Aufruf gestartet: Wer hat besondere Deko und möchte diese dem Museum spenden? Zahlreiche Springer hätten sich daraufhin bei den Mitarbeitern gemeldet und Kugeln, Lichterketten und Co. vorbeigebracht. „Es ist zwar nicht die erste Weihnachtsausstellung, die vom Museum selbst organisiert wird, aber es ist die erste, an der Springer sich direkt beteiligt haben“, sagt Dopheide erfreut.

Beim Rundgang durch den Ausstellungsraum wird schnell klar, wie unterschiedlich Weihnachten in den vergangenen Jahrzehnten gefeiert wurde. Hingen am Baum früher Oblaten mit traditionellen Motiven, hängt heute eine grün-glitzernde Gewürzgurke aus Glas am Baum. Was aber viele nicht wissen: Dahinter verbirgt sich sogar eine alte deutsche Weihnachtstradition. Das Kind, das die Gurke als erstes entdeckt, darf auch das erste Geschenk aufmachen. Woher der Brauch kommt, ist unklar. Bekannt ist etwa die Geschichte des Soldaten John Lower, der kurz vor seinem Tod um eine saure Gurke gebeten haben soll, und von dieser wieder gesund geworden sein soll. Statt bunter Kugeln schmückten früher ein Zeppelin-Anhänger mit leonischen Fäden – das sind feine Deko-Drahtgeflechte – und selbst gebastelte Strohsterne oder sogar Watte die Tanne.

Auch in Sachen Geschenke hat sich viel verändert: Während die Jungs früher eine Eisenbahn und die Mädchen einen Puppenwagen bekamen, liegen heute zahlreiche Geschenke aus Plastik statt aus Holz unter dem Baum. An einem aufgebauten Gabentisch können die Besucher in Erinnerungen schwelgen.

Zahlreiche alte Weihnachtsfotos – der Mann im Anzug, die Frau im Kleid – hängen an den Wänden, darunter auch einige Bilder der Museumsmitarbeiter. Für die Kinder hat sich das Team ein Quiz überlegt: Die Jüngsten sollen herausfinden, wo wie Weihnachten gefeiert wird.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 2. Dezember, um 11 Uhr eröffnet. Es gibt Punsch, Kekse und Stollen.

Von Saskia Helmbrecht