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Springe Springer Jagdschloss soll mit neuen Events zum Publikumsmagneten werden
Aus der Region Region Hannover Springe Springer Jagdschloss soll mit neuen Events zum Publikumsmagneten werden
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19:58 27.12.2018
Der neue Mann im Jagdschloss: Niklas Vögeding hat sich fürs Museum und das Gelände viel vorgenommen.  Quelle: Foto: Saskia Helmbrecht
Alvesrode

Kino, Konzerte, Krimi-Dinner und ein Weihnachtsmarkt: Niklas Vögeding hat einige Pläne, wie es mit dem Jagdschloss in den kommenden Jahren weitergehen soll. „Mein Ziel ist es, das Jagdschloss über Springe hinaus als Veranstaltungsort erfahrbar zu machen.“

Im Juni hatte Vögeding die Verwaltung des Jagdschlosses von Günther Raschke übernommen. Der 29-Jährige absolvierte sein Masterstudium der Forstwissenschaft und Waldökologie in Göttingen. Seinen Dienst zur Laufbahn des gehobenen Forstdienstes leistete er im Märkischen Sauerland und war 2017 noch im Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe in Minden tätig. Jetzt arbeitet er an einer Neuausrichtung des Jagdschlosses in Springe.

Landesforsten organisieren erstmals Konzert

Zum ersten Mal organisiert er ein Konzert im Jagdschloss, bei dem die Landesforsten das Zepter in der Hand haben. Zu hören gibt es dabei französische Chansons. Für den 7. September ist ein Krimi-Dinner geplant, das thematisch an die Umgebung angepasst werden soll. „Jagd vorm schwarzen Moor“ lautet der Titel. „So was gab es früher einfach nicht.“

Die bewährten Ausstellungen und Lesungen sollen aber weiterhin stattfinden. So wird Elke Steinhoff aus Barsinghausen im März ihre Aquarelle zum Thema „Tiere wie du und ich“ ausstellen. Eine „Herzensangelegenheit“ sei es für Vögeding, auf der Wiese ein Open-Air-Kino zu veranstalten. „Wir werden damit klein anfangen, vielleicht mit einem Abend starten, es steht und fällt derzeit mit den Sponsoren.“ Zudem will der 29-Jährige im kommenden Jahr selbst einen Weihnachtsmarkt auf dem Gelände ausrichten. „Es soll sich aber mit keinen anderen Terminen in Springe überschneiden“, betont Vögeding. Ein großes Event werde auch die Landpartie im kommenden Jahr. Neben der Organisation der Veranstaltungen sei aber auch die Vermietung der Räume wichtig. Acht Trauungen seien im kommenden Jahr bereits eingeplant.

Zusammenarbeit mit dem Wisentgehege

Um das Jagdschloss in einem größeren Umkreis bekannter zu machen, arbeitet Vögeding mit dem Wisentgehege zusammen. Über einen Reiseunternehmer sollen Interessierte die Möglichkeit bekommen, einen Tagesausflug zum Wisentgehege und zum Jagdschloss machen zu können und so Springe zu besuchen. „Wir wollen Jahr für Jahr mehr machen.“ Während einige Neuerungen bereits im Gang sind, kündigen sich aber auch einige Änderungen an: Es wird keine Oster- und Herbstmärkte mehr am Jagdschloss geben. „Der Veranstalter hört leider auf, wir suchen derzeit schon einen Nachfolger.“

„Auch für mich ein Lernprozess“

Viele Projekte seien erst einmal ein „Testballon, um mal etwas anderes zu machen“, sagt Vögeding. „Alles ist neu und für mich auch ein Lernprozess.“ Schließlich habe er vorher nicht gewusst, wie Künstlerverträge abgeschlossen oder die Gebühr für die Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte berechnet wird. „Am Ende muss man sehen, was klappt.“ Auch wenn Springe nicht mit der Marienburg mithalten könne: „Wir haben hier ein großes Gelände, nur allein ein Museum zu machen, ist zu wenig, man muss die Fühler ausstrecken, etwas für jedermann machen und Familien anlocken.“

Seit Juni arbeitet er daran, sich ein Netzwerk aufzubauen und den Kontakt zu Kunden aufzunehmen. Er habe schon viele positive Rückmeldungen für seine Ideen bekommen, fühle sich im Team wohl und wolle in Springe bleiben. „Langfristig ist es schon mein Ziel, Revierleiter zu werden.“ 

Chanson-Konzert mit Eckart Breitschuh im Jagdschloss

Frischer Wind im Jagdschloss: Am Sonnabend 2. Februar, organisiert Vögeding ein Konzert des Hamburger Chansonsängers Eckart Breitschuh im Kaisersaal. Mehr als 35 Brel-Titel hat Breitschuh bisher auf eigene und doch werkgetreue Weise ins Deutsche übertragen und macht die emotionale Kraft von Brels Chansons fürs deutschsprachige Publikum erfahrbar. Sein energischer Vortrag ist mal schmeichelnd, mal flehend, mal rotzfrech, doch immer mitreißend. Er singt von Fleischeslust und Liebesfrust, Freundschaft und Vergänglichkeit, Hingabe und Aufbegehren. Tickets kosten 19 Euro, ermäßigt 17 Euro. Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Eine Reservierung ist erforderlich. Karten gibt es im Museum des Jagdschlosses.

Von Saskia Helmbrecht