Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Springe Mundt: „Springe täte es gut, Traditionen zu bewahren“
Aus der Region Region Hannover Springe Mundt: „Springe täte es gut, Traditionen zu bewahren“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:30 12.09.2019
Das Volks- und Schützenfest 2019 auf dem Burghof war offenbar nur ein Zwischenspiel: Für 2020 hat die Feuerwehr abgesagt. Die Diskussion um das Fest weiter. Quelle: Archiv
Springe/Lauenau

In die Debatte um das Springer Volks- und Schützenfest schaltet sich nun der oberste Altkreis-Schütze ein. „Springes Ortsbürgermeister macht es sich zu einfach“, kritisiert Wilfried Mundt – und bezieht sich damit auf die Aussage von Karl-Heinz Friedrich, dass Springe ohne Schützenfest nichts fehlen würde. Statt „alte Zöpfe abzuschneiden“, wie von Friedrich gefordert, täte es Springe gut, Traditionen zu bewahren, so Mundt.

„Politik ist in der Pflicht“

„Andere Städte und Gemeinden, die ebenfalls Randgebiete der Region sind, wie zum Beispiel die Stadt Garbsen, gehen mittlerweile andere Wege und fördern diese Traditionen – und das nicht unerheblich“, sagt Mundt. Die Städte steckten zum Teil viel Geld in die Schützenfeste. Mundt ist überzeugt: Ohne die Unterstützung der Stadt habe ein Schützenfest keine Überlebenschance – und da sieht er auch die Politik in der Pflicht. „Wir haben hier das Glück, dass die Politik auf unserer Seite ist“, sagt Mundt mit Blick auf seinen Posten als Chef des Deister-Schützen-Corps Feggendorf.

Weitere Hürden geschaffen

In Springe schaffe man stattdessen nur weitere Hürden – als es etwa darum ging, dass der Jagdklub in diesem Jahr regelmäßig Lärmmessungen auf dem Burghof durchführen musste. „Aus meiner Sicht wäre das Sache des Ordnungsamtes“, sagt Mundt, der nicht nur an der Spitze des Kreisschützenverbands Deister-Süntel-Calenberg steht, sondern auch Lauenaus Bürgermeister ist.

Mit 334 gemeldeten Mitgliedern beim Kreis-Dachverband seien die Springer immer noch die Hochburg und „Kernstadt unseres Schützenwesens“, betont Mundt. „Das Schützenwesen ist also absolut nicht out.“ Zudem sei in Springe 1951 der Kreisschützenverband aus der Taufe gehoben worden. „Daher kann ich solche Aussagen einfach nicht auf mir sitzen lassen.“

Standortfrage wird jedes Jahr neu diskutiert

Stadt und Politik dürften jetzt nicht kapitulieren. Dass es sich lohne, doch noch für das Schützenfest zu kämpfen, habe das diesjährige Fest auf dem Burghof gezeigt, bei dem Mundt selbst mitgefeiert hat. „Da lief es doch optimal unter der Regie des Jagdklubs mit dem Vorsitzenden Peter Böttcher.“ Stattdessen werde in Springe jedes Jahr aufs Neue die Standortfrage diskutiert.

„Ehrenamtliche haben keine Lust mehr“

Mundt fragt sich, ob die mangelnde Unterstützung, die Auflagen und die Standortdebatte nicht vielleicht die Gründe seien, aus denen „die Ehrenamtlichen mittlerweile überhaupt keine Lust mehr haben, ein solches Fest auszurichten?“. Die Vereine würden in Springe „einen verdammt guten Job“ machen. Das habe sich laut Mundt auch beim Stadtfeuerwehrfest in Völksen gezeigt, bei dem Tausende Besucher mitfeierten.

Es geht um Sport und Geselligkeit

Während eines Schützenfestes bekämen die Vereine außerdem die Möglichkeit, sich zu präsentieren und neue Mitglieder für den Sport zu begeistern. „Damit kann man zeigen, dass es nicht darum geht, Uniform zu tragen, sondern dass es um Sport und Geselligkeit geht.“

Lesen Sie auch

Schützenfest Springe steht vor dem Aus

Schützenfest Springe ist zurück auf dem Burghof

Schützenfest auf dem Burghof: Lärm wird gemessen

Von Saskia Helmbrecht