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Springe Ehepaar täuscht Einbruch vor
Aus der Region Region Hannover Springe Ehepaar täuscht Einbruch vor
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19:05 26.02.2019
Zwei Angeklagte wollten ihre Versicherung um 20.000 Euro betrügen. Quelle: Frank May/dpa
Springe

Geldmangel war das Motiv für ein Springer Ehepaar, einen Einbruch in seine eigene Wohnung vorzutäuschen. Wegen versuchten Betrugs und Vortäuschung einer Straftat wurden die beiden am Dienstag vor dem Springer Amtsgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Versicherung ruft Polizei

„Es war eine blöde Idee“, räumte der 59-Jährige die Taten unumwunden ein. Vor genau einem Jahr meldete er seiner Versicherung, dass aus seiner Wohnung bei einem Einbruchdiebstahl Schweizer Franken, Schmuck und Handys im Wert von fast 20 000 Euro gestohlen worden sein sollen. Die Versicherung schöpfte Verdacht und informierte die Polizei. „Als die Polizei ins Haus kam, war uns schon klar, dass wir Scheiße gebaut haben“, erklärte der Mann. Den Beamten habe er dann in der Wohnung alles gezeigt, was angeblich geklaut worden war. Vier DIN-A4-Seiten voll war alles akribisch aufgeführt. „Wir waren dann froh, dass es vorbei ist“, sagte der Mann.

Seine 51-jährige Frau räumte die Tatvorwürfe zwar komplett ein, schwieg aber zunächst, um ihren Mann nicht zu belasten. Denn die Idee stammte von ihm. „Es war der blöde Ehemann“, räumte der mit einer gewissen Selbstironie ein.

„Was hat Sie geritten?“, wollte die Strafrichterin wissen. Er habe sein Leben lang in verschiedenen Berufen gearbeitet – unter anderem als Berufskraftfahrer und technischer Offizier auf hoher See. Dann aber sei er arbeitslos geworden und finde in seinem Alter keine Beschäftigung mehr, sagte der 59-Jährige.

Als ihm aber im vergangenen Jahr nicht nur ein magerer Rentenbescheid zeitgleich mit der Information ins Haus geflattert sei, dass er nicht mehr Arbeitslosengeld (ALG) I, sondern nunmehr ALG II erhalte, sei ihm der „blöde Gedanke gekommen, durch einen Betrug an ein bisschen Geld heranzukommen“, sagte er.

„Das haben wir verdient“

Die Richterin verurteilte den einmal vorbestraften Mann zu einer fünfmonatigen, seine unbescholtene Frau zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe, beides auf Bewährung. Die Bewährungszeit beträgt jeweils zwei Jahre. „Das haben wir verdient“, sagte der Springer und war froh, dass das Gericht keine Geldstrafe verhängt hat. Denn die hätten beide nach eigenem Bekunden nicht bezahlen können.

Von Anne Brinkmann-Thies