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Springe Wirtschaftsförderer will Chancen von Digitalisierung nutzen
Aus der Region Region Hannover Springe Wirtschaftsförderer will Chancen von Digitalisierung nutzen
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19:38 29.01.2019
Die Stadt Springe erwartet 6,5 MIllionen Euro Gewerbesteuereinnahmen. Quelle: Foto: Jens Büttner/ZB/dpa
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Springe

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist da – nur sei sie schwer zu bedienen, sagt Springes Wirtschaftsförderer Daniel Behrens, der seit September 2017 im Amt ist. Die gute Nachricht: Die Gewerbeanmeldungen sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen.

2018 haben sich 239 Gewerbe neu in Springe angemeldet – dem gegenüber stehen gerade einmal 112 Abmeldungen. 2017 hatten sich lediglich 168 Betriebe neu gegründet – und 148 wieder aufgelöst. Damit steht Springe für das vergangene Jahr gut da. Deutlich wird das mit Blick auf die Zahlen der letzten Jahre: 2016 ist die Zahl der Gewerbean­meldungen von 167 auf 189 gestiegen – und immer weniger Betriebe melden sich wieder ab. „2018 ist ein hervorragendes Ergebnis: Hauptsächlich liegt das an der guten Konjunktur und dem allgemeinen Wirtschaftswachstum“, berichtete Behrens.

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Ebenfalls erfreulich: Laut dem aktuellen Haushaltsplan werden Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 6,5 Millionen Euro erwartet. Schwierig gestalte sich dafür die Erschließung neuer Gewerbeflächen. Freie Flächen gebe es etwa in Bennigsen im Bereich Am Schildbruch – allerdings sind auch dort nicht alle Plätze in städtischer Hand. „Wir überlegen derzeit, wie wir das Gebiet vermarkten wollen“, sagte Behrens: „Ob also die Flächen komplett vergeben werden sollen oder nur einzelne Bereiche.“ Die Nachfrage bestehe eher im Bereich der mittelgroßen Flächen. „Fest steht: Springe ist kein Logistikstandort, die Hauptbereiche liegen im Handel, der Instandhaltung und Kfz.“ Oft würden Unternehmen nach Flächen für Lagerhallen Ausschau halten. „Und meist kommt die Nachfrage von den Bestandsunternehmen in der Kommune.“

Anfragen von Fitnessstudios

Aber auch einige Fitnessstudio-Ketten hätten ihr Interesse bekundet, sich in Springe niederlassen zu wollen. „Ich habe aber nicht vor, eine Kette hierherzubringen. Das ist der Spagat – wir müssen Wettbewerb zulassen, aber haben auch einen Versorgungsauftrag, Bedarfe zu decken.“ Mit derzeit drei Fitnessstudios sei Springe aber bereits gut aufgestellt, so Behrens. „Ich sehe den Bedarf in diesem Bereich zum Beispiel in Eldagsen – aber wenn Fitnessstudiobetreiber nur nach der Standortanalyse gehen, wollen sie eben lieber nach Springe.“ Trotzdem gebe es einen guten Branchenmix.

Freie Flächen von Regiobus

Frei sind außerdem wieder die Flächen in Eldagsen, die Regiobus ursprünglich für eine geplante Erweiterung des Standortes gekauft hatte. „Wir arbeiten daran, dass es mehr Flächen werden.“

An einigen Flächen habe die Stadt gar keine Handhabe – die Flächen am Pfingstanger in Eldagsen etwa wurden vom Immobilieninvestor MK Märkte aus Breisach am Rhein gekauft. „Und so gibt es einige Leerflächen, weil die Besitzer nicht verkaufen wollen.“

Für dieses Jahr will Behrens weiter daran arbeiten, in Springe sogenannte Co-Working-Büros zu schaffen: größere offene Räume, in denen etwa Freiberufler, Kreative und kleinere Start-ups zusammen arbeiten. „Es krankt derzeit an der Betreibersuche.“ Die Stadt will aber nach wie vor über die Integrierte Ländliche Entwicklungsregion (ILE) Fördergelder für das Projekt einwerben. „Räume hätten wir, aber es muss jemanden geben, der den Willen hat, das Projekt zu betreiben und ein Konzept zu entwickeln.“ Optimal sei aus seiner Sicht das Sparkassen-Hochhaus. „Aber auch woanders, ortsteilübergreifend, ist das durchaus vorstellbar.“ In den Räumen soll gemeinsam gearbeitet werden, unabhängig von Firma und Beruf. Hintergrund für den Vorstoß ist unter anderem die steigende Zahl von Pendlern.

Online-Marktplatz geplant

Zudem hat sich Behrens vorgenommen, eine Datenbank mit allen Flächen aufzubauen und ein Portal für Immobilien zu schaffen, mit dem Ziel, die Leerstände aufzuzeigen. Darüber hinaus will er einen Online-Marktplatz für die Stadt einrichten – zunächst als eine Art Werbeplattform für die Unternehmen, später aber auch als Online-Einkaufsmöglichkeit. „Meine Devise ist, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und sie nicht zu verteufeln.“ Nur so könne man in Springe gegen den Onlinehandel bestehen. Dieses Projekt stehe aber erst ganz am Anfang.

Von Saskia Helmbrecht