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Springe Kostendeckende Hortgebühren: Stadt nimmt neuen Anlauf bei Berechnung
Aus der Region Region Hannover Springe Kostendeckende Hortgebühren: Stadt nimmt neuen Anlauf bei Berechnung
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16:09 01.11.2019
Auch nach der Zeit im Kindergarten benötigen viele Kinder eine Betreuung. Größere Grundschulen in Springe bieten bislang eine Ganztagsbetreuung bis 15 Uhr an – kostenlos. Quelle: Jan-Philipp Strobel/dpa
Springe

Einmal hatte die Stadt schon gerechnet, Zahlen präsentiert, sich eine politische Ohrfeige eingehandelt und dann ihren eigenen Antrag zurückgezogen. Jetzt wagt sie den zweiten Anlauf, die Hortgebühren anzupassen. Derzeit zahlen Eltern 141 Euro monatlich. Soll das Angebot weiterhin kostendeckend sein, müsste der Beitrag auf 223 Euro steigen – ein Plus von 60 Prozent.

Buchen Familien das Paket, wird ihr Schulkind 940 Stunden im Jahr – was 78 Stunden pro Monat entspricht – zusätzlich betreut. Diese Zahlen nennt die Stadt unter anderem in ihrer vierseitigen Vorlage für den Schulausschuss am 11. November.

Größere Grundschulen bieten bis 15 Uhr kostenlose Betreuung an

Alle größeren Grundschulen im Stadtgebiet bieten eine kostenlose, verlässliche Ganztagsbetreuung an jedem Werktag bis 15 Uhr an. Lediglich für das Mittagessen müssen die Eltern bezahlen. Wer eine längere Aufsicht benötigt, bucht einen Hortplatz dazu. Dann sind auch die Zeit bis 17 Uhr sowie die Oster-, Sommer- und Herbstferien inbegriffen.

Vor fünf Jahren hatte sich der Stadtrat darauf verständigt, die Elternbeiträge kostendeckend zu gestalten. Eine Neuberechnung jetzt hat ergeben: Damit dieser Grundsatz erfüllt bleibt, muss der Beitrag kräftig steigen.

223 Euro wären exakt auskömmlich

Eine Monatsgebühr in Höhe von 223 Euro wäre exakt auskömmlich, so die Verwaltung. „Dies entspräche einem Elternbeitrag von 2,86 Euro pro bereitgehaltener Betreuungsstunde.“ Natürlich könne die Politik auch bestimmen, dass der Deckungsgrad auf 75 Prozent oder weniger gedrückt wird. Bei 75 Prozent käme ein Endbetrag von 167 Euro heraus, bei 50 Prozent von 112 Euro. Bei 25 Prozent würde der Monatsbeitrag auf 56 Euro sinken – dementsprechend groß wäre aber die Lücke, die der allgemeine Stadthaushalt füllen muss.

Nicht zu teuer: Programme lassen sich nicht vergleichen, sagt die Stadt

Nicht gelten lassen will die Stadt den Vorwurf, sie sei viel zu teuer: Die Programme der Nachbarkommunen könnten nur schwerlich verglichen werden, weil sie sich im Detail stark unterscheiden.

Welcher Betrag am Ende für Springe gerecht ist, dazu äußert sich die Stadt in der erneuten Vorlage nicht. Die Politik solle mithilfe der neuen Informationen in Ruhe beraten. Es genüge, die Preistabelle zum Schuljahresbeginn 2020 anzupassen. Für die anfangs angestrebte Änderung zum Januar sei es zu spät.

Von Marita Scheffler