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Springe 44 von 64 Lehrstellen in Springe sind noch unbesetzt
Aus der Region Region Hannover Springe 44 von 64 Lehrstellen in Springe sind noch unbesetzt
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18:57 31.07.2019
179 Schüler aus Springe haben in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz gesucht – 68 haben ihn zu Beginn des Ausbildungsjahres noch nicht gefunden oder werden ihn später antreten. Quelle: Christin Klose/dpa
Springe

Der Nachwuchs ist knapp – und trotzdem haben zum Start des neuen Ausbildungsjahres nicht alle Springer, die sich beworben haben, eine Ausbildungsstelle. 68 Bewerber sind ohne einen Azubiplatz. Das sind 74 Prozent mehr als vor einem Jahr. Und auch die Zahl der von Unternehmen in Springe angebotenen Ausbildungsplätze ist gesunken. Eine Bestandsaufnahme.

64 Lehrstellen wurden der Arbeitsagentur von den Betrieben in Springe in diesem Jahr gemeldet – das waren 29 weniger als 2018. Holger Habenicht, Sprecher der Arbeitsagentur, erläutert allerdings, dass erstmals Stellen im Einzelhandel nicht miterfasst worden seien, weil sie in einer Meldegruppe für Großkunden erfasst worden seien. Dennoch ist die Zahl der Ausbildungsstellen in Springe unter dem Strich gesunken.

Die Chefin der zuständigen Agentur für Arbeit Hannover, Heike Döpke, macht den Jugendlichen ohne Stelle Mut: „Der Endspurt am Ausbildungsmarkt beginnt jetzt, es gibt noch zahlreiche offene Ausbildungsstellen. Daher lohnt sich die Kontaktaufnahme mit der Berufsberatung.“ Und: Immerhin sechs der 68 Bewerber ohne Stelle haben bereits für den 30. September eine Zusage bei einem Ausbildungsbetrieb erhalten.

Umgekehrt ist die Zahl der jungen Leute, die einen Platz suchen, in Springe mit 179 Personen um 19,3 Prozent gestiegen. Habenicht stellt aber klar, dass sich das Missverhältnis zwischen Plätzen und Suchenden dramatischer anhört, als es tatsächlich ist. „Der Ausbildungsmarkt der Springer ist breiter aufgestellt – sie suchen nicht nur vor Ort, sondern auch in Hameln und Hannover, das ist zu loben“, sagt er.

Viele Stellen im Ort noch frei

Dies allerdings kann sich problematisch auf die heimischen Betriebe auswirken: 44 von 64 in Springe ausgeschriebenen Stellen sind noch unbesetzt. 13,7 Prozent mehr als im Jahr 2018. „Für Bewerber von außerhalb, etwa aus Hameln oder Hannover, sind Unternehmen in Springe nur in Einzelfällen attraktiv“, sagt der Arbeitsagentur-Sprecher.

Und er rät den Springer Firmen, die vor Ort ausbilden möchten, den Fokus unter Umständen auf heimische Bewerber zu richten. Wichtig sei überdies bei der Werbung um gutes Personal zunehmend das Arbeitsklima: „Das spielt eine immer größere Rolle für die Zufriedenheit der Auszubildenden.“

Bei den 179 Bewerbern war die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel und Verkäufer in diesem Jahr besonders gefragt, gefolgt von der Medizinischen Fachangestellten und dem Kfz-Mechatroniker. Letztgenannte tauchen auch ganz vorn auf bei den tatsächlich angebotenen Berufsausbildungsstellen in der Deisterstadt.

Von Ralf T. Mischer