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Springe Wahre Sternstunden im Wisentgehege
Aus der Region Region Hannover Springe Wahre Sternstunden im Wisentgehege
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18:23 24.06.2019
Im Hintergrund stehen die Zelte: Mitarbeiterin Sonja Deißler (Mitte) kümmert sich beim Mittsommerfest nicht nur um die Rentiere und die Besucher, sie entfacht auch ein Lagerfeuer. Quelle: Foto
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Alvesrode

Wo sich sonst Wölfe, Wisente und Wildschweine gute Nacht sagen, standen in einer der kürzesten Nächte des Jahres mehr als 200 bunte Zelte.

„Ich will die Kinder einfach mal in die Natur entführen“, erzählte Olga Boback, warum sie mit ihrer Familie und Freunden aus Hannover an den Deister gekommen war. Entspannt picknickte die Gruppe zwischen Falkenhof und Muffelwild, ihre Zelte hatten die Hannoveraner längst aufgebaut.

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Wer es so richtig tierisch nah haben wollte, der hatte sich einen Schlafplatz im Rentiergehege gesichert. Hier kamen die zutraulichen Rentiere bis an die Zelte heran, schauten neugierig, wer sich da zu ihnen gesellt hatte. Einer von ihnen war der neunjährige Nils-Pascal. Er war mit seiner kleinen Schwester Maja und seinen Eltern Melanie und Udo Gradert aus Hessisch Oldendorf für das besondere Campingerlebnis ins Wisentgehege gekommen. „Ich habe schon Stockbrot gebacken und die Flugschau gesehen“, berichtete der Neunjährige.

Den Teig für das Stockbrot gaben die Mitglieder des Fördervereins Freunde des Wisentgeheges an die Besucher aus. Ein Höhepunkt war für Nils-Pascal wie auch für viele andere die Rentier-Trekkingtour. Gemeinsam mit Sonja Deißler, Mitarbeiterin von Axel Winter, einem der Kooperationspartner des Wisentgeheges, durften die Jungen und Mädchen ein Rentier am Halfter führen. „Ein echt toller Spaziergang“, schwärmte Nils-Pascal.

Gerade für die jungen Übernachtungsgäste zählte aber auch der große Fackelzug nach Einbruch der Dunkelheit zu einem besonderen Erlebnis. Zuvor gab es eine Fledermausführung mit dem Nabu. Wissenswertes rund um das Thema Wolf erfuhren die Besucher von den Experten Matthias und Brigitte Vogelsang. Und wer etwas über Waschbären lernen wollte, war bei einer Präsentation von Melina Hennig richtig.

Für die Camper endete das Abenteuer im Wisentgehege Sonntagmorgen mit dem Frühstück. Als die Brötchen verspeist und der Kaffee ausgetrunken war, wurden die Zelte abgebaut. Und etliche Besucher sind schon jetzt überzeugt, dass sie im nächsten Jahr in jedem Fall wieder an Mittsommer in Alvesrode auf ihrer Isomatte liegen wollen.

Von Anne Brinkmann-Thies