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Springe Strenge Auflagen für Waldbad Altenhagen I zwingen zu Sanierung – oder Neubau
Aus der Region Region Hannover Springe Strenge Auflagen für Waldbad Altenhagen I zwingen zu Sanierung – oder Neubau
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19:47 21.03.2019
Bangt weiterhin um seine Betriebserlaubnis: Das Waldbad in Altenhagen. Das Gesundheitsamt der Region Hannover fordert dafür den Einbau einer Umwälzpumpe und einer Chloranlage. Quelle: Lynn Hische
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Altenhagen I

Selbst wenn das Waldbad Altenhagen I für diesen Sommer eine Betriebserlaubnis erhält: Irgendwann in absehbarer Zukunft wird sich die Einrichtung eine längere Auszeit genehmigen müssen. „Eine Sanierung geht nicht, ohne dass wir ein Jahr zumachen“, stellt Trägervereinschef Klaus Meyer klar.

Technische Aufrüstung des Waldbads kostet mindestens 250 000 Euro

Im besten Fall könnte die technische Aufrüstung für rund 250 000 Euro gelingen, wahrscheinlicher ist aber eine Investition in Höhe von etwa einer Million Euro. Der Waldbad-Verein hofft, in den nächsten Monaten einen entscheidenden Schritt in Richtung Zukunftsplan voranzukommen.

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Neubau könnte auch Nichtschwimmerbereich vorsehen

Die große Lösung sieht einen kompletten Neubau vor. Der könnte an der gleichen Stelle oder ein paar Meter versetzt entstehen. Neben dem großen Becken des Freibads wäre dann ein Nichtschwimmerbereich ideal. „Da könnte man sich richtig viel einfallen lassen und Action reinbringen. Das würde sicherlich mehr Besucher ziehen“, sagt Meyer. Die Neubauvariante habe deshalb viel Charme, „und ist eigentlich mein Favorit, weil wir damit für Jahrzehnte vorausdenken“.

Andererseits: „Wir wollen das weiterhin ehrenamtlich hinbekommen.“ Altenhagens große Stärke ist, dass das ganze Dorf hinter seinem Freibad steht. Was bleibt, wenn das wegfällt? „Vielleicht ist die kleine Lösung deshalb die bessere.“

Auflagen des Gesundheitsamt fordern Umwälzpumpe und Chloranlage

Das große Schwimmerbecken ist genau genommen „nur ein betoniertes Loch mit Wasser drin“, wie Meyer lächelnd umschreibt. Es gibt weder eine Überlaufrinne am Beckenrand noch eine andere Durchströmung – wie bei der Eröffnung vor knapp 90 Jahren. Das geht aus Sicht des Gesundheitsamtes der Region nicht mehr: Die Behörde schreibt eine Umwälzpumpe und eine Chloranlage vor.

Wenn der Beton, der 1932 fürs Becken verwendet wurde, noch immer hält – es besteht die Gefahr, dass er ausblüht – dann könnte die geforderte Durchströmung auch mit Kernbohrungen und guter Technik erreicht werden, sagt Meyer. Zusammen mit einem Experten hat er diesen Plan B ausgetüftelt. Die Kosten würden vermutlich nur ein Drittel dessen betragen, was ein Neubau verschlingen würde.

Fördergelder für Sanierung sind fraglich

Und: Diese kleine Lösung ließe sich auch ohne ein externes Gutachterbüro verwirklichen. „Dadurch würde alles deutlich schneller gehen.“ Ob es für die Variante aber auch Fördergelder gibt, kann Meyer noch nicht sagen. In den nächsten Wochen will er recherchieren, ob der Zustand des Betons den Plan B überhaupt hergibt, „und dann sehen wir weiter“.

Von Marita Scheffler