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Stadt Wunstorf Ende von K+S trifft Transportunternehmen
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Ende von K+S trifft Transportunternehmen
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00:16 07.01.2019
Das Ende der K+S-Produktion wirkt sich auch auf die Firma Menell aus. Quelle: Archiv
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Sachsenhagen/Bokeloh

Das Aus für K+S in Bokeloh ist gleich in mehrerer Hinsicht ein schwerer Schlag. Viele Mitarbeiter haben durch die Schließung des Bergwerks ihre Arbeitsplätze verloren, der Stadt Sachsenhagen entgehen die Einnahmen durch den Hafenbetrieb. Ein Leidtragender ist aber auch das Transportunternehmen Georg Menell.

Das Ende des Kalibergbaus in Bokeloh bedeute für die in Ronnenberg ansässige Firma, die an der Auhäger Straße in Sachsenhagen eine Außenstelle unterhält, große Einbußen, so Geschäftsführer Georg Menell: „Wir haben dadurch fast eine Million Euro Umsatzausfall pro Jahr.“ In Spitzenzeiten seien jährlich bis zu 500 000 Tonnen, vor allem Salz, auf Lkws vom Kalibergwerk zum Hafen gebracht worden. Hinzu komme das Bedauern über das Ende einer langjährigen Partnerschaft: „65 Jahre lang haben wir die Produkte von K+S gefahren, den Hafenverkehr mit aufgebaut.“

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Angesichts der Entwicklung habe man auch personal- und fahrzeugmäßig einen Abbau vornehmen müssen. Wie groß dieser ausgefallen ist, wollte Menell nicht sagen. Jedoch gebe es auch Fahrzeuge, die einst extra für die Zusammenarbeit mit K+S konzipiert worden waren und für die keine Verwendung mehr besteht.

Dazu gehörten etwa Sattelzugmaschinen mit Spezialaufliegern, die gebaut worden waren, um beim Verladen möglichst wenig Transportgut zu verschütten. „Es handelt sich um sechs Fahrzeuge, die wir anderweitig nicht nutzen können.“

Aufgrund des seit Längerem absehbaren Endes des Bergbaus in Sigmundshall habe man aber Zeit und Gelegenheit gehabt, die Geschäftsfelder umzustrukturieren, sagt Menell: „Wir fallen nicht ins Bodenlose, arbeiten von unserer Sachsenhäger Außenstelle aus auch mit Unternehmen im Tank- und Silobereich zusammen.“ Man habe in den vergangenen Monaten Kunden gewonnen, bereits bestehende Engagements ausgebaut. Um welche Partnerschaften es sich handele, wollte er nicht verraten. Die durch den Wegfall von K+S entstandene Lücke habe man damit freilich noch nicht vollständig schließen können.

Das Werk Sigmundshall war am 21. Dezember geschlossen worden. Von den rund 700 Mitarbeitern hatten mehr als 500 ihren Arbeitsplatz verloren, einige andere werden noch ein paar Jahre den Rückbau der Anlage betreiben. Mit der Schließung endete in Bokeloh gleichzeitig auch eine seit ungefähr 120 Jahren währende Bergbautradition. Sigmundshall war darüber hinaus das letzte noch produzierende Kalibergwerk in Niedersachsen.

Von Andreas Ohler