Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Wunstorf Flecken Hagenburg will 2021 schuldenfrei werden
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Flecken Hagenburg will 2021 schuldenfrei werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:54 14.05.2019
Die Hagenburger Gemeindeverwaltung sieht die Chance, die Schulden in nächster Zeit ganz abzubauen. Quelle: dpa
Anzeige
Hagenburg

Einen Haushaltsentwurf mit einem Minus von etwa 228.000 Euro hat der Finanzausschuss des Fleckens Hagenburg einstimmig auf den Weg gebracht. Wie in den vergangenen Jahren seien die Aufwendungen – in der Summe rund 4,9 Millionen Euro – im Gesamtergebnis höher als die Erträge, die bei etwa 4,7 Millionen Euro liegen, sagte Gemeindedirektor Jörn Wedemeier bei der Vorstellung des Plans in der vergangenen Ausschusssitzung.

Allerdings kann der erwartete Fehlbetrag aus eigenen Mitteln ausgeglichen werden. Etwa 2,7 Millionen Euro hat der Flecken für solche Fälle in einer Überschussrücklage auf der hohen Kante. „Eine stramme Summe für einen Ort mit nur 4500 Einwohnern“, so Wedemeier.

Anzeige

Überhaupt war gerade mit Blick auf die Schulden des Ortes Freude im Ausschuss angesagt. „Wir gehen davon aus, dass Hagenburg im Jahr 2021 schuldenfrei ist“, kündigte der Gemeindedirektor an und rechnete vor: Zu Beginn des laufenden Jahres habe die Verschuldung bei etwa 33.000 Euro gelegen, zum Ende des Jahres soll diese auf 19.500 Euro und dann allmählich weiter reduziert werden. Neue Kredite kommen nicht hinzu.

Im Finanzhaushalt steht unter dem Strich zunächst ein negativer Bestand von knapp 140 000 Euro. Aus der Investitionstätigkeit wird aber eine Einzahlung von 335.000 Euro erwartet.

Baugebiet benötigt größten Teil der Investitionen

Dennoch:„Wir können – und müssen – viel gestalten“, sagte Wedemeier. In welche Richtung diese Gestaltungspläne gehen, zeigen die im Haushaltsentwurf aufgeführten Investitionen, die insgesamt mit 3,4 Millionen Euro veranschlagt sind. Der mit Abstand größte Teil ist dabei die Planung und Erschließung des Baugebiets „Am Mühlenwege“, die insgesamt gut 2,4 Millionen Euro kostet. Zwar fließt auch wieder Geld zurück in die Kasse des Fleckens, wenn die Baugrundstücke verkauft werden – dies wird sich aber erst im Haushalt des nächsten Jahres bemerkbar machen.

Der Posten für die Erneuerung der Spielplätze, im Plan mit 5000 Euro veranschlagt, soll nach dem Willen des Ausschusses auf 25 000 Euro erhöht werden. Diesen Wunsch bekräftigten sowohl Jörg Zschetzsche für die CDU-Fraktion als auch Udo Philipp für die SPD.

Als weitere Investitionen im fünfstelligen Bereich sind ein neuer Festplatz im Gewerbegebiet (40.000 Euro), die Erneuerung des Kanalsdamms (30.000 Euro), die Anschaffung eines Rasenroboters für den Sportplatz (25.000 Euro), die Absenkung von Bordsteinen an Straßenquerungen (20.000 Euro), die Restfinanzierung der Brücke am Steinhuder-Meer-Rundweg (15 000 Euro) und die Anschaffung von Lagerhütten für den Kindergarten (10 000 Euro) geplant oder – wie im Fall der Bordsteinabsenkungen – bereits in Umsetzung.

Umlagen belasten den Haushalt

Eine weitere große Summe wird im Rahmen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) investiert, nämlich 700.000 Euro. Die Rahmenplanung dafür soll in diesen Wochen erfolgen. In den kommenden Jahren erwartet Hagenburg noch weitere Fördergelder aus dem Program.

In der Diskussion lobten die Ausschussmitglieder den Haushalt. „Wir können damit leben und eine Menge damit anfangen“, sagte Zschetzsche. Einzig die „sehr unschöne“ Entwicklung der Kreis- und Samtgemeindeumlage belaste den Haushalt sehr. „Der Trend geht in eine ungünstige Richtung“, so der CDU-Vertreter. Früher oder später müsse man sich die Frage stellen: „Wie kann man sich anders organisieren?“

Parteikollege Marc-Philipp Drewes, gleichzeitig Ausschussvorsitzender, hob hervor, dass die Pro-Kopf-Verschuldung in Hagenburg bei nur 4,43 Euro liege. Udo Philipp (SPD) lobte ebenfalls die „über Jahre solide Haushaltsführung“ und die stetige Arbeit am Schuldenabbau.

Von Thomas Rocho