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Stadt Wunstorf Ortsrat stimmt umstrittenem Gewerbegebiet zu
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Ortsrat stimmt umstrittenem Gewerbegebiet zu
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00:15 27.05.2017
Luther SPD und CDU sind unterschiedlicher Ansicht über die Entwicklung des Gewerbegebiets Luther Forst West. Quelle: privat
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Luthe

Auch im Stadtrat wolle Heinz-Gerhard Kück (CDU) "Flagge zeigen", und gegen das Projekt stimmen. Seine Fraktion spricht sich für eine "maßvolle Weiterentwicklung" des Gewerbegebiets an der Adolf-Oesterheld-Straße aus. Auf Logistikbetriebe zu setzen, hält Kück hingegen für falsch. Dies führe nicht unbedingt zu einer Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen, wohingegen der Verkehr weiter zunehme. Mit der Realisierung einer geplanten trimodalen Anbindung - Straße, Schiene, Binnenschifffahrt - rechnet der CDU-Politiker nicht. Das Vorhaben sei nicht zu bezahlen. Ferner gehe der Trend weg von Schiene und Schiffsverkehr. Grund sei der kostengünstigere Transport mit dem LKW. Außerdem grenze das Gewebegebiet zu dicht an den Luther Wald heran, so dass neben landwirtschaftlichen Flächen auch die Naherholungsmöglichkeit verloren gehe. Kritisch sieht auch Andreas Lange einen Gleisanschluss, der mehr als Dreiviertel des Waldes umschließend würde. "Was bleibt dann an Wild?", fragt der CDU-Politiker. Auswirkungen auf den Bestand machten sich schon jetzt durch die Brückenbauarbeiten der Bahn am Luther Forst bemerkbar. "Die grüne Lunge Luthes geht uns verloren", warnt Heiner Heimberg. (CDU).

Uwe-Karsten Bartling hingegen sieht mit Blick auf die Verkehrssituation auf der A2 die Trimodalität als dringend notwendig an. "Wir sind heute schon am Kollaps", sagt der SPD-Fraktionssprecher. Außerdem seien, trotz des "Riesenkostenfaktors", die dreifachen Anschlussmöglichkeiten ein Pluspunkt gegenüber benachbarten Gewerbegebieten in Garbsen und Barsinghausen. Bartling ist auch sehr optimistisch, dass die Nordumgehung kommt. Ansonsten sei das Gewerbegebiet nicht zu erschließen. Ortsbürgermeister Rolf Hoch lobt die Herangehensweise bei Gewerbeansiedlungen in Neustadt. Dort würden erst einmal die Straßen zum Gewerbegebiet gebaut. In Wunstorf sei die Herangehensweise umgekehrt. Erst entstünden die Gebäude und anschließend werde die Frage gestellt: "Wie kommt man da hin?" Was dort vorrangig hinkommt, möchten SPD und Grüne im Bauantrag aufnehmen. Der Passus, dass das Gebiet "insbesondere für die Ansiedlung von Betrieben der Logistikbranche geeignet ist" wurde gegen die Stimmen der CDU dadurch ersetzt, dass sich vor allem verarbeitendes Gewerbe und Handwerksbetriebe ansiedeln sollten. Ebenso fordert SPD-Sprecher Bartling als Gegenleistung dafür, dass die Kröte Gewerbegebiet geschluckt werde, eine vorrangige Behandlung von Luther Infrastrukturprojekten wie Sportplatz, Schule oder Anlage von Grünflächen.

Von Rita Nandy