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Stadt Wunstorf Sanierung wird eng kontrolliert
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Sanierung wird eng kontrolliert
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22:08 15.01.2016
Von Sven Sokoll
Groß ist das Interesse im Luther Schützenhaus an den Plänen für die Asbesthalde, die Vertreter von Region, Fachbüros und Stadt vorstellen. Quelle: Sven Sokoll
Luthe

Sie hörten, dass für die Umgebung keine Gefahren zu erwarten sind - aber auch, dass es engmaschige Kontrollen geben wird. Nach jahrelangen Debatten passiert nun tatsächlich etwas mit der Asbesthalde der ehemaligen Firma Fulgurit an der Adolf-Oesterheld-Straße. Vertreter der Regionsverwaltung als Auftraggeber und der befassten Fachfirmen haben in einer recht sachlichen Veranstaltung das Konzept vorgestellt und Fragen beantwortet. Das ist wichtig zu wissen:

Warum wird saniert?

Die Halde besteht vor allem aus gut 150.000 Kubikmetern heute verdichtetem Asbestzementschlamm, der zur Zeiten der Firma Fulgurit dort abgelagert worden ist und später nur unzureichend abgedeckt wurde. Die krebserregenden Asbestfasern könnten in die Umgebung gelangen, außerdem gibt es wegen durchsickernden Regenwassers und chemischen Prozessen erhöhte Arsen-Konzentrationen im Grundwasser. Der Optimallösung, die Halde auf eine Deponie zu verlagern, trauerten der Umweltdezernent der Region, Axel Priebs, und Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt gleichermaßen hinterher. Weil das aber gescheitert ist, wird die Halde nun abgedichtet - technisch keine besondere Herausforderung, wie es hieß.

Was ist der Zeitplan?

Zunächst werden ab Ende Januar die Büsche und Bäume von der Halde entfernt. Das muss aus Naturschutzgründen bis Ende Februar erledigt sein. Wenn die laufende Ausschreibung für die übrigen Arbeiten erledigt ist, kann es dann Anfang April richtig losgehen. Zunächst werden noch rund 1000 Kubikmeter Boden aus dem Bereich vor der Halde abtransportiert, die mit Mineralöl verseucht sind. Dann wird die Halde in Form gebracht und abgedeckt: mit einer sehr stabilen und zwischen den Bahnen fest verschweißten Kunststoffschicht, darüber eine Drainageschicht und rund ein Meter Boden. Diese Arbeiten sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Im nächsten Jahr wird die Halde dann noch begrünt.

Wie wird die Halde künftig aussehen?

Um die Abdeckung gut aufbringen zu können und für die künftige Entwässerung muss die Form der Halde etwas verändert werden. In der Mitte gibt es ein erhöhtes Plateau, die Seiten werden mit steingefüllten Stahlkörben stabilisiert. Ein Weg wird auf die Halde führen, außerdem gibt es einen Entwässerungsgraben. Da von der begrünten Halde künftig keinerlei Gefahren mehr ausgehen sollen, wurde vorgeschlagen, sie begehbar zu machen, etwa als Aussichtspunkt. Die Region will sie aber lieber hinter einem Zaun wissen.

Wie viel Asbest wird bewegt?

„Wir bemühen uns, so wenig wie möglich zu bewegen“, sagte Priebs. Etwas ist aber notwendig, um die Halde in die neue Form zu bringen. „Das wird aber immer in kleinen Abschnitten geschehen“, betont Jörg Bartels von der Ingenieurgesellschaft iwb. Allerdings gibt es im Boden 13.600 Kubikmeter Asbestzementscherben, die zur gemeinsamen Abdichtung an die Halde verlagert werden müssen.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es?

An fünf Messpunkten direkt an der Halde und mindestens drei weiteren in der nahen Umgebung sollen anfangs täglich die Asbestkonzentrationen kontrolliert werden. Bei Auffälligkeiten sollen geöffnete Bereiche der Halde sofort wieder geschlossen werden. Die zertifizierten Firmen, die die Arbeiten unter vielfältigen Sicherheitsvorkehrungen durchführen, müssen unter anderem eine Schleuse passieren. Eine Staubentwicklung kann bei Bedarf mit einem Wassernebel verhindert werden. Eine Überdachung in Form eines Zelts oder einer Halle, wie sie Ratsherr Rüdiger Hergt vorschlug, würde der Umgebung nicht viel bringen, für die Arbeiter aber die Asbest-konzentration eher erhöhen.

Was kostet die Sanierung?

Die Sanierungskosten sind mit 3,7 Millionen Euro angesetzt, zu denen das Land 1,6 Millionen Euro beisteuert. Die Region trägt den Rest. Für die Unterhaltung der Halde und weitere Messungen werden künftig etwa 10.000 Euro im Jahr anfallen.

Wo gibt es weitere Informationen?

Die Region will den Verlauf der Sanierung sehr umfangreich auf hannover.de, Suchwort Fulgurit, dokumentieren. Für Fragen ist auch eine E-Mail-Adresse unter fulgurithalde@region-hannover.de eingerichtet.

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