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Stadt Wunstorf Ramadan: Verzicht auf Flüssigkeit trotz Wärme
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Ramadan: Verzicht auf Flüssigkeit trotz Wärme
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00:28 03.06.2018
Die Türkisch-islamische Gemeinde feiert Ramadan. Zum abendlichen Fastenbrechen am Freitag, 1. Juni, werden ab 20 Uhr sicherlich auch wieder leckere Speisen, wie bei der Kermes im Frühjahr, vorbereitet. Gegessen wird ab etwa 21.30 Uhr. Quelle: Sabrina Howe (Archiv)
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Wunstorf

Seit mehr als zwei Wochen fasten Muslime. An Ramadan verzichten sie, trotz der heißen Temperaturen, auch aufs Trinken. „Es ist nicht einfach“, gibt Mustafa Cöl, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde, zu. Gerade die ersten zwei bis drei Tage fielen schwer, aber „es ist eine Kopfsache“. Nach ein paar Tagen gewöhne sich der Körper an die veränderten Ess- und Trinkgewohnheiten. Erst nach Sonnenuntergang und bis zum Morgengrauen darf gegessen und getrunken werden. „Man hat ein Ziel vor Augen und schaltet seine Gedanken ab“, beschreibt Cöl, woher die Kraft zum Durchhalten kommt. Das Unterbewusstsein stelle sich auf die Fastenzeit ein.

Gesundheit geht vor

Nach dem täglichen Fastenbrechen, gegen 21.30 Uhr, sei es wichtig, langsam Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Er achte auf leichte Kost und reichlich Flüssigkeit. Der Magen gewöhne sich an die Umstellung, werde tagsüber kleiner. Bevor die tägliche Fastenzeit beginnt, trinke er noch ein bis zwei Gläser. Das reiche für den Tag. Allzu sehr ins Schwitzen kommt er bei seiner Arbeit nicht. Cöl ist in einer Druckerei tätig, die teilweise klimatisiert ist. Viel schwieriger sei es für Menschen, die beispielsweise im Straßenbau arbeiten. Würde durch das Fasten die Gesundheit gefährdet, dürfe es später nachgeholt werden.

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Ramadan endet mit Gebet in der Moschee

Aufgrund seiner Allergie kann beispielsweise Orhan Güner nicht fasten. Er ist auf seine Medikamente angewiesen. „Das Fasten hole ich später nach“, sagt der Grünen-Ratsherr. Um durchzuhalten rät er, sich möglichst wenig zu bewegen und viel zu schlafen. Chronisch Kranke, die nicht fasten können, entrichten stattdessen einen Obolus oder müssen „60 Leute mit Essen versorgen“. Zum Ende der Fastenzeit treffen sich Wunstorfer Muslime am Freitag, 15. Juni, um 6 Uhr in der Moschee an der Bahnhofstraße. Anschließend werde zu Hause gefeiert und sich gegenseitig besucht.

Anbaupläne sind gestoppt

Ihre Pläne, die Mosche zu erweitern, habe die etwa 200 Mitglieder zählende Gemeinde vertagt, berichtet Cöl. Es habe dafür keine Baugenehmigung gegeben. Es sollte Platz für Sanitäranlagen geschaffen werden. Nun sollen diese innerhalb der Räumlichkeiten entstehen. „Vielleicht können wir schon nach Ramadan beginnen.“ Außerdem dürfen sich die Muslime in etwa ein bis zwei Wochen nach Ramadanende über neue Teppiche freuen.

Von Rita Nandy