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Stadt Wunstorf Ein Blick hinter die Kulissen des Wasserwerks Hohes Holz
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07:00 30.07.2019
Der Speicher des Wasserwerks fasst 350 Kubikmeter Wasser. Quelle: Anke Lütjens
Steinhude

350 Kubikmeter Wasser fasst der Speicher im Wasserwerk Hohes Holz des Wasserverbandes Nordschaumburg. Dieser beliefert in seinem Versorgungsgebiet 20.000 Grundstücke und 70.000 Menschen mit „dem Lebensmittel Nummer eins“, wie Geschäftsführer Werner Volker betont. Doch was passiert bei längerer Hitze und ausbleiben dem Regen? Kann das Wasser ausgehen? Wir haben hinter die Kulissen des Wasserwerks geblickt.

Ein Mensch verbraucht 125 Liter Wasser pro Tag

„Wenn die Verbraucher 2000 Pools alle drei Tage neu befüllen, wird es kritisch“, sagt der stellvertretende Wassermeister Martin Thake. Er und Volker raten daher zu einem sorgsamen Umgang mit Wasser. In diesem Sommer musste der Verband am 1. Juli dazu schon eine Warnung veröffentlichen. Ein Mensch verbraucht im Durchschnitt 125 Liter pro Tag – überwiegend für die Körperpflege. „Früher waren es 140 Liter am Tag“, sagt Volker. Seiner Ansicht nach haben eine Veränderung des Bewusstseins bei den Verbrauchern und neue Techniken den Wasserverbrauchs gesenkt.

Vier Brunnen fördern Grundwasser

Erste Station unserer Tour durch das Wasserwerk ist einer der insgesamt vier Brunnen im Wald, aus denen das Grundwasser erschlossen wird. Die Bohrung reicht 59 Meter tief ins Erdreich, bei einem anderen Brunnen sind es sogar 80 Meter. Kürzlich musste erst eine neue Grundwasserpumpe eingebaut worden. Bevor gebohrt wird, wird zunächst untersucht, welche Erdschichten vorhanden sind. Die Rohre bestehen aus Edelstahl mit Filterschlitzen. „Ein Brunnenbauer sagt uns, wo wir die Vorfilterung vornehmen müssen“, sagt Thake.

Menge der Förderung ist begrenzt

Von der Pumpe fließt das Wasser durch Leitungen zum Wasserwerk. Jede Pumpe kann 47.000 Liter pro Stunde fördern. Ein Zaun umgibt die Brunnenhäuschen, weil es sich um ein 900 Hektar großes Wasserschutzgebiet handelt und Unbefugten der Zutritt verwehrt werden muss. Die Menge der Förderung ist begrenzt. Die untere Wasserbehörde erteilt das Recht zur Förderung. „Das Recht wird auf 30 Jahre vergeben. Bis zum Jahr 2042 dürfen wir 1,4 Millionen Kubikmeter im Jahr fördern“, sagt Volker. Dabei erhält der Wasserverband die Auflage, das Grundwasser nicht zu überfordern. Die Menge wird so berechnet, dass der Natur nicht geschadet wird.

Die gesamte Technik läuft automatisch und kann mit einem Tablet auch von außerhalb gesteuert werden. „Wir können die Pumpen ausschalten, aber nicht die Menge des geförderten Wassers verändern“, verdeutlicht Thake. Die Techniker sind rund um die Uhr im Dienst. Einmal im Monat prüfen sie den Grundwasserstand und die Qualität des Wassers. Eisen und Mangan werden herausgefiltert, die Stoffe setzen sich in einem Schlammbecken ab und werden entsorgt.

Trinkwasser wird regelmäßig untersucht

Eine Firma untersucht regelmäßig für den Wasserverband die mikrobiologische Qualität des Wassers. Das ist vor allem im Hinblick auf Nitrat, Nitrit, Chloride, Keime und Schwermetalle bis hin zu Glyphosat wichtig. „Bei uns gibt es nicht einmal annähernd Grenzüberschreitungen. Unser Trinkwasser ist für Babys geeignet und erfüllt die Anforderungen an die Trinkwasserverordnung“, betont Volker. Damit das auch so bleibt, gibt es ein mit EU-Geld gefördertes Schutz- und Beratungskonzept für die Landwirtschaft, damit diese nicht zu viel Gülle, Düngemittel, Insektizide und Pestizide ausbringt.

600 Kilometer Hauptleitungen gibt es

Kalk falle zwar bei bestimmten Temperaturen aus, sei aber nicht schädlich für die Qualität des Trinkwassers. „Wir enthärten nicht, das Wasser bleibt naturbelassen“, sagt der Geschäftsführer. Vom Brunnen aus gelangt das Wasser in Filter. Es gibt drei Filterkessel und zwei Druckstoßkessel. Diese verhindern, dass Druck in die Leitung gelangt. Das saubere Wasser fließt in den Vorfluter und kommt über Pumpanlagen zu den Kunden. Rund 600 Kilometer Hauptleitungen gibt es im Versorgungsgebiet.

Wasserwerke fördern vier Millionen Kubikmeter

Das Wasserwerk Hohes Holz versorgt viele Kommunen im Landkreis Schaumburg sowie Steinhude und Großenheidorn mit Wasser. Es deckt ein Drittel des Bedarfs im gesamten Versorgungsgebiet. „Wir haben noch zwei größere Wasserwerke, erläutert Volker. Alle zusammen haben im vorigen Jahr vier Millionen Kubikmeter Wasser gefördert. Unterirdisch geht es weiter. Dort sind die Rohrleitungen verborgen. „Das ist der Originalzustand von 1960, aber wir haben modernste Technik verbaut. Wir wollen die Prozesse optimal gestalten, um Energie zu sparen“, betont Volker. Der Keller diente früher auch als Bunker und kann als „lebendiges Museum“ besichtigt werden. Das gilt auch für den Wasserpark, in dem Besucher alles rund ums Trinkwasser erfahren.

Weitere Informationen gibt es auf www.wasser-nordschaumburg.de.

Kommunen sind Mitglied im Verband

Der Wasserverband Nordschaumburg ist ein kommunales Unternehmen. Das bedeutet, dass die Kommunen Mitglied im Verband sind. Wunstorfs Bürgermeister Rolf-Axel-Eberhardt ist stellvertretender Verbandsvorsteher. Ehrenamtlicher Vorsteher ist Jörn Wedemeier, Bürgermeister der Samtgemeinde Sachsenhagen. Das Unternehmen ist verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten.

Der Wasserpreis setzt sich aus einem Mengenpreis und einem Grundpreis zusammen. Der Mengenpreis beträgt in der Regel 1,13 Euro netto. Abrechnungseinheit ist der Kubikmeter, das sind 1.000 Liter. Grundlage für den Grundpreis ist die Größe der Wasserzähler, die vom Verband beim Anschlussnehmer angebracht sind.

Der Wasserverband wurde 1952 gegründet und versorgt Haushalte und Betriebe auf einer Fläche von 400 Quadratkilometern. Er verfügt über vier Wasserwerke mit 18 Förderbrunnen und vier Förderanlagen im westlichen Auetal sowie 16 Pumpwerke. 11.500 Kubikmeter Wasser werden an 21 Standorten gespeichert. 42 Mitarbeiter sorgen für eine reibungslose Versorgung mit Wasser.

Von Anke Lütjrens

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