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Stadt Wunstorf Frauen in St. Bonifatius wollen mehr Gleichberechtigung
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Frauen in St. Bonifatius wollen mehr Gleichberechtigung
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18:54 12.08.2019
Stefanie Hanke (links) und Martina Mensing unterstützen mit der Arbeitsgruppe Frauen in der Kirche die Bewegung für mehr Gleichberechtigung in der Katholischen Kirche. Claudia Spatz ist noch im Urlaub. Quelle: Anke Lütjens
Wunstorf

Frauen in der Pfarrgemeinde St. Bonifatius fühlen sich von der katholischen Amtskirche ausgegrenzt. Daher hat sich aus einer Pfarrversammlung bei St. Bonifatius heraus die Arbeitsgruppe Frauen in der Kirche um Martina Mensing, Stefanie Hanke und Claudia Spatz gebildet. Sie wollen sich für mehr Gleichbehandlung und gegen die männlich besetzten, hierarchischen Strukturen einsetzen. Auf diesem Weg wollen sie jedoch die Gemeinde und das Pastoralteam mit Pfarrer Andreas Körner und Pastor Martin Tigges mitnehmen.

Frauen nicht von Ämtern ausschließen

Grundlage ihres Engagements für mehr Rechte von Frauen in der katholischen Kirche ist die Aktion Maria 2.0, die bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Dabei forderten Frauen einer Pfarrgemeinde in Münster alle Frauen auf, für einen bestimmten Zeitraum keine katholische Kirche mehr zu betreten und alle ehrenamtlichen Tätigkeiten ruhen zu lassen. Frauen wie Maria spielten in der biblischen Geschichte schon immer eine große Rolle. „Wenn die katholische Kirche zukunftsfähig bleiben will, müssen die männlichen Machtstrukturen, die Frauen per se von allen verantwortlichen Ämtern ausschließt, aufgebrochen werden“, betonen Mensing und Hanke.

Frauen sorgen für aktives Gemeindeleben

Ihrer Ansicht nach bestehe Handlungsbedarf. Den Frauen geht es erstmal nicht um das große Ganze. Sie fragen sich, was vor Ort im Hinblick auf mehr Gleichberechtigung bewegt und geändert werden kann, um in der Kirche präsenter zu sein. „Die Gemeinde und die Kirche könnten ohne die Frauen einpacken, weil sie für ein aktives Gemeindeleben sorgen“, sagt Mensing. Die Ehrenamtlichen betreuen unter anderem Gruppen und Kreise für Jugend und Senioren.

Frauen nicht von Ämtern ausschließen

In einem Sonntagsgottesdienst haben die engagierten Frauen bereits eine Dialogpredigt gehalten und dabei die Machtstrukturen und die mangelnde Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger zur Sprache gebracht. „Der Ist-Zustand sieht so aus, dass die meisten Ehrenamtlichen in der Gemeinde Frauen sind. Sie sorgen für ein lebendiges Gemeindeleben und fördern die Gemeinschaft“, sagt Mensing. Aber bis auf den Beruf des Gemeindereferenten dürfen Frauen in der katholischen Kirche nicht hauptamtlich in der Seelsorge arbeiten. „Das ist im Hinblick auf die Gleichberechtigung in unseren Augen nicht mehr zeitgemäß“, ergänzt Hanke.

Gemeinde zeigt sich solidarisch

Nach dem Gottesdienst gab es von den Gemeindemitglieder eine große Zustimmung und Solidarität für die Anliegen der Frauen. Mensing, Hanke und Spatz haben im Anschluss Interviews mit einigen Frauen geführt, um deren Erwartungen zu erfahren. Einige äußerten die Meinung, dass geschiedene Wiederverheiratete nicht vom Empfang der Kommunion (Abendmahl) ausgeschlossen werden dürften, Frauen predigen zu lassen und bei kirchlichen Veränderungen die Entwicklung in den Kirchen Westeuropas zu berücksichtigen.

Kirche muss zukunftsfähig bleiben

„Wir wollen, dass die Kirche fortbesteht. Ansonsten befürchten wir, dass die Gemeinschaft immer kleiner wird“, sagt Hanke. In dem Dialog plädierten die Frauen für eine wertschätzende und gleichberechtigte Kirche, die beispielsweise das Diakonat der Frau ermöglicht oder das Pflichtzölibat abschafft, damit die katholische Kirche zukunftsfähig bleibt. „Wegen des Pflichtzölibats wollen viele nicht Pfarrer oder Priester werden, weil sie nicht heiraten dürfen“, sagt Mensing. Die Frauen möchten etwas bewegen und planen ihre Aktionen schrittweise. Für den Herbst ist ein Diskussionsabend geplant. „Das Pfarrteam steht hinter uns“, betont Mensing.

Von Anke Lütjens

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