Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Wunstorf Amazon und eine Rampe sorgen für hitzige Diskussionen in Luthe
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Amazon und eine Rampe sorgen für hitzige Diskussionen in Luthe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 30.08.2019
Anwohner der Straße Am Lehmgraben weisen die Mitglieder des Ortsrats Luthe auf Probleme durch die steile Rampe hin. Quelle: Rita Nandy
Luthe

Es lag nicht am Wetter. Vielmehr waren es die Themen Amazon und Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs), die für eine aufgeheizte Stimmung bei der Ortsratssitzung Luthe sorgten. Zuvor hatten die Anwohner rund um die Straße Am Lehmgraben beim Ortstermin friedlich gegen die neue steile Rampe protestiert. „Früher hat es hier nie ein Problem gegeben, jetzt gibt es eins“, schimpfte Anwohner Fritz Müller. „Ich wohne hier seit 41 Jahren. An dieser Stelle ist nie etwas passiert“, kritisierte Protestsprecher Gerhard Draheim. Er könne deshalb diese Art von Verkehrsberuhigung nicht verstehen.

In 134 Haushalten hat Draheim 128 Unterschriften für eine länger auslaufende Anrampung gesammelt. Einige Anwohner mussten nach dem Hinüberfahren hinterher in die Werkstatt, weil sie sich den Unterboden oder die Feder der Stoßdämpfer beschädigt haben. „Ich bin erstaunt, wie viele gekommen sind. Das zeigt, dass das Problem keine Einzelwahrnehmung ist“, sagte Ortsbürgermeister Rolf Hoch in der anschließenden Sitzung. Alle Ortsratsmitglieder stimmten dafür, dass die Verwaltung eine Verlängerung der Rampe bis zu der Parkbucht prüfen und umsetzen soll.

Wer mit Schwung über die Rampe fährt, setzt mit der Schürze des Autos auf. Quelle: Rita Nandy

Luther leiden durch zunehmenden Amazon-Verkehr

Amazon kann seine Pläne auf dem Gelände des ehemaligen Lidl-Lagers realisieren. Ab Herbst will das Unternehmen von Luthe aus die sogenannte letzte Meile bedienen. Von Amazon war aufgrund von Abstimmungsproblemen kein Vertreter anwesend. Dies soll nachgeholt werden. Heinz Mazur, Geschäftsführer der PTG Umwelt und Verkehr GmbH, stellte das vom Onlinehändler in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten vor.

Die Anlieferung der Pakete erfolgt nachts mit dem Lkw. Außerhalb des Berufsverkehrs fahren morgens und abends 200 Vans im Umkreis von 80 Kilometern zu den Kunden. Hinzu kommen die Mitarbeiter, die mit Autos zur Arbeit fahren. Bei Amazon seien dies erfahrungsgemäß weniger als in anderen Betrieben, erzählt Mazur. Für sie gebe es ausreichend Parkmöglichkeiten auf dem Gelände.

Er empfiehlt in seinem Gutachten, am Luther Ohr eine abbiegende Vorfahrt für Linksabbieger, einen Kreisel oder eine Ampel einzurichten. „Noch eine Ampel“, stöhnte eine Zuhörerin im Publikum. Buhrufe gab es für Mazurs Anmerkung, dass die Sternkreuzung relativ unbedeutend vom Lieferverkehr betroffen sei.

„Wenn wir Stau auf der A 2 haben, ist Luthe verstopft“, sagte SPD-Sprecher Uwe-Karsten Bartling. Er kritisiert, dass sich das Gutachten nur auf Amazon beziehe. „Was fehlt, ist eine ganzheitliche Betrachtung.“ Seine Sorge über den zunehmenden Verkehr äußerte auch Heiner Heimberg (CDU). „Wir sind ein Fass, das überläuft. Die Luther leiden.“

Strabsgegner kritisieren Hinterzimmerpolitik

Die Ungewissheit darüber, wie der Straßenbau vor ihrer Haustür abgerechnet wird, quält die Anwohner des Veilchenwegs. Mit ihrem Auftritt am Donnerstagabend dürften sich die Vertreter der Interessengemeinschaft zur Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) allerdings einige Sympathiepunkte verspielt haben.

Sie bezeichneten Simon Schlüter vom Fachbereich Tiefbau als Lügner. Diese Anschuldigung unterband der Ortsbürgermeister vehement. Auch sprachen die Strabsgegner von Hinterzimmerpolitik. Sie befürchten, für ihren einjährigen Kampf letztendlich bestraft zu werden. „Es ist alles in der Diskussion. Ohne euch wären wir nicht so weit“, lobte Heimberg das Engagement der Bürger. „Lasst uns doch unsere Arbeit machen“, forderte Hoch.

Von Rita Nandy

Als Dank für ihre Unterstützung hat der Wunstorfer Tagestreff für Wohnungslose die Ehrenamtlichen zu einer Fahrt nach Freistatt eingeladen, die im Winterhalbjahr für die Wochenendöffnung sorgen.

30.08.2019

Mit Vertretern von K+S haben die Ortsräte Bokeloh und Mesmerode am Donnerstag über den Weiterbetrieb der Rekal-Anlage diskutiert. Die Politiker stimmten der geplanten Stellungnahme der Stadt zu.

30.08.2019

Unter dem Titel „Vierpluseins“ präsentieren fünf Künstlerinnen ab dem 1. September ihre Werke in der Wunstorfer Abtei. Neben Bildern sind auch Rakukeramiken zu sehen.

30.08.2019