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Stadt Wunstorf In Idensen wird für afrikanische Straßenkinder getrommelt
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf In Idensen wird für afrikanische Straßenkinder getrommelt
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17:55 28.06.2019
In der Dorfmanufaktur Idensen wird für den guten Zweck getrommelt. Sophia Grießmann hat den Workshop mit Louis Wonder organisiert. Quelle: Rita Nandy
Idensen

Mit viel Begeisterung und Eifer schlagen am Freitagmorgen die ersten Workshopteilnehmer die Trommeln in der Dorfmanufaktur. Mit ihrer Teilnahme unterstützen sie eine Schule in Accra (Ghana). Organisiert hat den Besuch die Idenserin Sophia Grießmann. Bei ihrem Aufenthalt in der afrikanischen Hauptstadt hatte sie über Freunde den Kontakt zur Schule für Straßenkinder geknüpft.

Mit drei Grundschlägen entstehen viele Rhythmen

Schulleiter und Musiker Louis Wonder leitet die fünf Workshops. Los geht es zunächst mit einer Lockerungsübung der Handgelenke. Zu Staunen führt die unterschiedliche Resonanz der Trommel, wenn sie steht oder gekippt wird. Sein Instrument leicht geneigt, zeigt Wonder die drei Grundschläge. Damit könnten Millionen von Rhythmen erzeugt werden, sagt er auf Englisch. Seine Frau Judith Doe schlüpft für ihre Sitznachbarin in die Rolle der Übersetzerin. Was mit langsamen Schlägen und einfachen Rhythmen beginnt, steigert sich zu einem schnellen Trommelwirbel. Es ist gar nicht so einfach, dem Vorspiel des Musikers zu folgen. Doch der Spaß ist den Teilnehmern anzusehen.

Trommeln macht Spaß

„Das geht auf die Hände“, stellt Sophia Grießmann fest. Ein weiterer Teilnehmer klagt über Schulterschmerzen. „Es macht unheimlich viel Spaß“, sagt Monika Brandt. „Es ist interessant, auch mal die Kultur anderer Länder kennenzulernen.“ Ebenso interessiert sie sich auch für eine Patenschaft für ein afrikanisches Schulkind.

Judith Doe zeigt zwei Ketten, die in der Schule von Accra gefertigt wurden. Quelle: Rita Nandy

Schulzentrum mit Internat entsteht

An der Schule in Accra erhalten die Kinder kostenlosen Unterricht, Bücher, medizinische Hilfe und zwei Mahlzeiten täglich, erzählt Doe. Das Problem: „Wir müssen sie nach 16 Uhr auf die Straße schicken.“ Daher entstand die Idee für eine neue Schule mit einem Internat. Gebaut wird diese 50 Kilometer entfernt in Old Ningo. 200 Kinder sollen dort künftig unterrichtet werden. Für den Bau des Schulzentrums werde bewusst auf den Einsatz von Maschinen verzichtet, um mehr Bewohnern des Dorfes eine Beschäftigung bieten zu können.

Louis Wonder trommelt beim Sigwardsfestival

Workshopteilnehmerin Finja Cybulski kennt die Schule in Accra von ihrem dreimonatigen Aufenthalt. Die lebensfrohen Kinder und die herzliche Aufnahme durch die Lehrer bleiben ihr in Erinnerung. „Es war eine sehr schöne Erfahrung“, sagt die 20-Jährige aus Wedel. Anfangs sei sie vom Klima, dem Dreck und der Armut geschockt gewesen. Sie möchte sich für die Schule auch zukünftig engagieren. Grießmann plant für das nächste Jahr die Veranstaltung zugunsten des Fördervereins Universal Wonderful Street Academy zu wiederholen. Wer sich über das Projekt informieren möchte, hat dazu auch beim Sigwardsfestival am Sonntag, 30. Juni, ab 14.30 Uhr Gelegenheit. Louis Wonder spielt afrikanische Trommelmusik. Außerdem kann dort auch Handgemachtes vom Verein Share diversity, deren Vorsitzende Judith Doe ist, gekauft werden. Er kooperiert mit dem Schulprojekt.

Von Rita Nandy

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