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Stadt Wunstorf Gasthaus Blumenau: Initiative fordert zweites Gutachten über den Zustand
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Gasthaus Blumenau: Initiative fordert zweites Gutachten über den Zustand
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13:38 12.07.2019
Das ehemalige Gasthaus steht unter Denkmalschutz. Haus und Grundstück sind in Privatbesitz. Die Initiative zur Rettung des Gasthauses Blumenau will das Gebäude trotz seines erheblichen Verfalls erhalten. Quelle: Christiane Wortmann (Archiv)
Blumenau

 Schwarzschimmel, Insektenbefall und Wasserschäden: Die Liste der Mängel an dem 350 Jahre alten ehemaligen Gasthaus an der Manhorner Straße in Blumenau ist lang. Ingenieur Eduard Kindereit hat am Donnerstagabend den Mitgliedern des Ortsrats Blumenau in einer außerordentlichen Sitzung die Ergebnisse seines 2016 erstellten Gutachtens über den Zustand des Fachwerkhauses vorgetragen. Sein Urteil ist klar: Das Haus muss abgerissen oder so aufwendig saniert werden, dass es seinen Denkmalschutz verlieren würde. Die Initiative zur Rettung des Gasthauses Blumenau hat jedoch Zweifel an diesen Befunden – und fordert von der Stadt jetzt ein zweites Gutachten.

635 Fotos vom Zustand des Gebäudes

Das Gebäude steht seit Jahren leer und verfällt zusehends. Doch dieser Zustand soll sich nach dem Willen der Blumenauer Hajo Arnds, Edelgard Arnds-Marei und Dagmar von Hörsten perspektivisch ändern. Arnds und seine Mitstreiter waren zu der Ortsratsitzung gekommen, um Kindereit Fragen zu dem von ihm erstellten Gutachten zu stellen. Die Gruppe setzt sich für den Erhalt des Gebäudes ein und möchte dort einen Kulturtreff errichten. „Inwieweit sehen Sie Chancen, dieses Fachwerk wieder instandzusetzen?“, fragte der Blumenauer Arnds den Ingenieur aus Isernhagen. Kindereit, der insgesamt 635 Fotos von dem Zustand des Hauses aufgenommen hat, aber nur eine kleine Auswahl am Donnerstagabend zeigte, antwortete: „In der Summe sind 35 Prozent aller Hölzer abgängig und 21 Prozent geschädigt. Bei den restlichen 44 Prozent sind zwei Drittel der Hölzer zumindest schadhaft.“ Lediglich die äußere Erscheinung spreche für den Denkmalschutz des Gebäudes, befand der Fachmann.

Schwarzschimmel und schädliche Insekten

Einige Detailfotos aus dem Inneren des Gebäudes zeigen durchgebogene Deckenbalken, Wasser im Untergeschoss, abblätternde Tapeten und Schimmel an der Decke. „Hier sehen Sie klassischen Schwarzschimmel – einen der toxischsten Schimmelpilze, die wir kennen“, erläuterte Kindereit dem Ortsrat. Zudem sei das Haus massiv von Insekten befallen. „Die Laven des Hausbocks sind die schlimmsten Holzzerstörer.“ Laut Kindereit hat dieser sich bereits durch das Gebälk gefressen. Das Fazit des Fachwerkspezialisten lautet: „Das historische Holz ist aus meiner Sicht weg.“ Und er fügte hinzu: „Sie werden jedes Holz in die Hand nehmen müssen – das wird sicherlich eine Menge Geld kosten“, sagte Kindereit an die Adresse der Initiative.

Stadt ist an Immobilie nicht interessiert

Doch die Gruppe um Arnds will sich mit den jetzt vorgestellten Ergebnissen nicht zufrieden geben. „Wir lassen uns nicht ins Bockshorn jagen. Ein Gutachten, dass das Haus in einem so schlechten Zustand ist, dass wir aufgeben könnten, akzeptieren wir nicht“, betonte Arnds im Anschluss an die Sitzung. „Wir zweifeln das Gutachten an, und bitten die Stadt einen Gegengutachten zu erstellen.“ Die Kommune könne langfristig als Trägerin der Baumaßnahme agieren, schlug er vor. Stadtsprecher Alexander Stockum macht auf Nachfrage allerdings deutlich, dass die Stadt einen Kauf der Immobilie nicht beabsichtige. „Wir haben nicht vor, das Objekt zu erwerben“, sagt er und ergänzt: „Wir zweifeln das Gutachten nicht an.“ Wenn eine Änderung erwünscht sei, müsse zunächst ein politischer Auftrag erteilt werden, ein zweites Gutachten zu erstellen. Bei aktuellen Bauvorhaben der Stadt hätten jedoch die Kitas absolute Priorität. „Ein Kulturzentrum ist die Kür, jetzt kommt erstmal die Pflicht.“

Von Marleen Gaida

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