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Stadt Wunstorf Klinikgärtner machen den Park zur bunten Pracht
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Klinikgärtner machen den Park zur bunten Pracht
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19:06 17.06.2019
Heinz Worat (rechts) und Dominik Liwack sind für die Pflege des Parks zuständig. Quelle: Albert Tugendheim
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Wunstorf

Ziertabak, Katzenminze, Johanniskraut und die weiße Gaura: Wer im Park des Regionsklinikums mitten in Wunstorf all das erkennen will, was dort gepflanzt ist, muss sich schon etwas auskennen. Drei, die sich auskennen, sind die Klinikgärtner. Hartmut Busse leitet seit beinahe zwölf Jahre die Gärtnerei. Ihm zu Seite stehen vor allem Heinz Worat und Dominik Liwack. Er ist der Auszubildende und steht kurz vor seiner Prüfung. Die Gärtnerei mit Stammsitz am Gänsebruch - am früheren Sitz an der Mühlenkampstraße ist längst ein Neubaugebiet entstanden - kümmert sich mit Hilfe von Patienten der Klinik um die Gestaltung des großen Parks. „Wir sind eine Arbeitstherapie“, erläutert Busse. Regelmäßige Mitarbeit der Patienten ist deswegen Teil des Konzeptes.

Teile der Bepflanzung erneuert

Zweimal im Jahr werden viele Teile der Bepflanzung erneuert. Dabei sind die Patienten der Psychiatrie beteiligt, fleißig rupfen sie heraus, was erneuert werden soll. Danach sind Busse und seine Leute gefordert. Dann geht es ans Überlegen, was in die Beete und in die 40 Kübel soll, die im Klinikpark verstreut sind, bevor die Pläne dann in etwa zweiwöchiger Arbeit umgesetzt werden.

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Spätestens an diesem Punkt der Überlegungen muss die Frage gestellt werden: Wie halten es die Klinikgärtner mit dem Insektenschutz? Ist der Klinikpark ein Refugium für zum Beispiel die Bienen? Alle Welt spricht schließlich inzwischen davon, dass Insekten und Bienen stark gefährdet sind.

Auf Brachflächen Platz für Insekten

„Na klar spielt diese Frage für uns eine Rolle“, antwortet Heinz Worat. Aber, da sind sich die drei einig, momentan gibt es einen regelrechten Hype um die Bienen. „Man darf es nicht übertreiben“, sagt Busse. Gerade vor einigen Tagen wurde an der Wand einer der Stationen ein Bienennest entdeckt. Die gibt es immer dann, wenn die Bienenvölker sich teilen und neue Quartiere suchen. Wenn ein solches Nest entdeckt wird, dann holen die Klinikgärtner einen Imker, der das Nest umsetzt. Kostet die Klinik Geld, muss aber sein.

Gärtner Worat zeigt in einem Teil des Parkes, wie sich die Gärtnerei darum bemüht, Insekten Möglichkeiten zu bieten. Als bodenbedeckende Pflanze ist Pilea gepflanzt. „Das ist eine Art Rasenersatz. Er wird von Insekten gerne angeflogen, ist aber nicht begehbar. Die Parkbepflanzer müssen im Auge behalten, dass der Klinikpark von vielen Menschen genutzt wird, viele durchqueren ihn, weil er eine günstige Verbindung in die Innenstadt bietet und noch dazu eine sehr reizvolle. Für die Insekten sorgen Busse und seine Mitarbeiter vor allem auch auf dem eigentlichen Gärtnereigelände abseits des Parkes. „Dort sind nicht alle Flächen immer von uns genutzt“, sagt Busse. Auf den Brachflächen finden Insekten dann immer Pflanzen, die sie brauchen.

Von Albert Tugendheim