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Stadt Wunstorf Naturerlebnisbad Luthe vertreibt die Enten
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18:46 04.06.2019
Konrad Launert (links) und Reinhard Gräpel aus dem Genossenschaftsvorstand zeigen, wie Enten vom Nichtschwimmerbecken ferngehalten werden sollen. Quelle: Sven Sokoll
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Luthe

Rasensprenger, Bewegung, Wasserströmung, Entenattrappen und Spikes –auf vielfältige Weise versuchen die Aktiven der Luther Badgenossenschaft derzeit, ein Entenpaar von ihrem Nichtschwimmerbecken zu vertreiben. Denn sie machen es verantwortlich dafür, dass das Becken seit dem 23. Mai vom Gesundheitsamt gesperrt worden ist.

Im kalten Mai waren relativ wenig Besucher im Naturerlebnisbad, sodass viele Enten es anflogen. Nach einem Starkregen wurde der Kot dann ins Wasser gespült, was die nächste Probe verdarb. Nach intensiver Reinigung konnte das Schwimmerbecken schon bald wieder genutzt werden – doch im Nichtschwimmer, wo die Enten sich besonders wohl fühlen, blieben die Proben weiterhin knapp über den Grenzwerten.

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Mittwoch kommt das nächste Ergebnis

Auch das Gesundheitsamt hat deshalb geraten, die Wasservögel zu vertreiben. „Wenn Enten sich einmal eingenistet haben, ist das aber leider schwer“, sagt Reinhard Gräpel, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Die Verantwortlichen haben aber viele Ratschläge bekommen, die sie auch weitgehend umgesetzt haben. Ob es geholfen hat, zeigt sich am Mittwoch: Dann wird das Gesundheitsamt das Ergebnis der jüngsten Probe von Montag mitteilen.

„Wir hoffen, dass wir dann wieder ganz öffnen dürfen“, sagt Gräpel. Bisher hätten die Gäste mit viel Verständnis reagiert. Allerdings seien dem Bad doch einige Einnahmen entgangen. Während jetzt am heißen Wochenende das Schwimmerbecken voll war, mussten viele Familien mit Kindern abgewiesen werden. Gräpel geht von mehr als 1000 fehlenden Besuchern durch die Sperrung aus. Deshalb nimmt er sich schon vor, nächstes Mal noch früher gegen Enten vorzugehen.

Attrappen und Spikes sollen echte Enten abhalten. Quelle: Sven Sokoll

Erst im vergangenen Jahr war das Bad in seinem 13. Betriebsjahr erstmals vom Gesundheitsamt gesperrt worden. Damals hatten Reparaturarbeiten und ein Wasseraustausch das ausgelöst. „Das zeigt, dass wir immer Probleme haben, wenn zu wenig Bewegung im Bad ist. Bei vollem Betrieb, treten sie nicht auf“, sagt Gräpel. Er weist aber darauf hin, dass für das Bad auch erheblich strengere Grenzwerte als zum Beispiel für das Steinhuder Meer gelten.

Städtischer Zuschuss wird erhöht

Für die nächsten Wochen erhofft die Badgenossenschaft sich unterdessen positive Entscheidungen aus der Politik, weil der Zuschuss von den städtischen Bäderbetrieben angepasst werden soll. Dieser war 2014 für zehn Jahre auf eine Summe von 62.000 Euro im Jahr festgelegt worden. Nach dem verregneten Sommer 2017 hatte die Genossenschaft aber schon eine zusätzliche Summe von 20.000 Euro bekommen, sodass die Summen noch einmal überprüft worden sind.

Nun sollen für dieses Jahr 70.000 Euro, für die nächsten beiden Jahre 90.000 Euro und für die Jahre 2022 bis 2025 jeweils 100.000 Euro zugesagt werden. Wenn die Genossenschaft Überschüsse erwirtschaftet, kann dieser Betrag aber entsprechend bis auf das bisherige Limit von 62.000 Euro reduziert werden. In ihrem Antrag weist die Genossenschaft zugleich darauf hin, dass die Stadt bis 2018 mit der Genossenschaft insgesamt rund 1,2 Millionen Euro eingespart hat. Das alte Freibad Luthe hatte zuletzt im Jahr 2003 einen Verlust von 170.000 Euro gemacht. Über den Antrag diskutiert zunächst der Finanz- und Wirtschaftsausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch, 12. Juni, ab 18 Uhr im Rathaus.

Von Sven Sokoll

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