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Stadt Wunstorf Notfall mit Happy End: Wie eine Blase am Fuß zu der großen Liebe führte
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Notfall mit Happy End: Wie eine Blase am Fuß zu der großen Liebe führte
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16:12 09.10.2019
Im Frühjahr kam Sohn Adrian auf die Welt: Mittlerweile ist Anne-Kathrin Leder ebenso wie ihr Mann Thorsten bei den Johannitern in Wunstorf. Quelle: privat
Wunstorf

Ein Rettungseinsatz brachte ihnen die große Liebe: Heute sind Anne-Kathrin und Thorsten Leder vom Johanniter Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer verheiratet und stolze Eltern von Söhnchen Adrian. Ihre Geschichte handelt von einer Blase und schneller Hilfe in der Not.

Sie wollte zum Open-Air-Konzert auf die Expo Plaza und hatte sich auf dem Weg eine Blase gelaufen. „Schnell zu den Sanitätern, dann feiern und tanzen“, das war der Plan von Anne-Kathrin, die damals noch Splettstößer mit Nachnamen hieß, am 16. Juni 2017.

Junge Frau bekommt epileptischen Anfall

Doch in der Sanitätsstation wurde sie plötzlich blass und bekam nur noch schwer Luft. Rettungshelfer Thorsten Leder konnte keinen messbaren Blutdruck ermitteln und rief den Notarzt. Auf dem Weg zum Rettungswagen brach Anne-Kathrin zusammen. Thorsten fing sie auf und trug sie zum Fahrzeug. Von dort aus ging es ins Krankenhaus. Ein paar Tage später bekam die junge Frau die Diagnose: Epilepsie. „Ich konnte das erst gar nicht glauben“, sagte sie.

Aus Patientin wird Ehefrau

Sie hatte das Bedürfnis, ihrem Retter zu danken. Thorsten wurde ausfindig gemacht, er besuchte Anne-Kathrin im Krankenhaus, sie telefonierten – immer mehr und immer länger. Im Januar 2018 wurden sie ein Paar, im Juni war sie schwanger. Im August hielt Thorsten während des Sanitätsdienstes auf dem Maschseefest um ihre Hand an, im November folgte die Hochzeit. Anfang April 2019 kam Söhnchen Adrian auf die Welt.

Menschen sollen sich Hilfe zutrauen

„Ohne uns wäre es wohl schlimmer ausgegangen“, sagte Thorsten Leder rückblickend. Wäre seine Frau in der Menschenmenge kollabiert, wer hätte geholfen? Statistisch betrachtet wollen zwar die meisten Menschen helfen, Erste Hilfe zu leisten traut sich aber nur jeder Fünfte zu. Mittlerweile hat sich Anne-Kathrin auch zur Sanitätshelferin ausbilden lassen und kann mit ihrem Mann Sanitätsdienste leisten.

Erste-Hilfe-Trainerin Jana Louis von den Wunstorfer Johannitern kennt die Sorge, etwas falsch zu machen und daher lieber nichts zu tun, aus ihren Kursen. „Ich weiß es und ich traue es mir zu. Dieses Gefühl sollen die Menschen nach einer Schulung bei mir haben“, sagte sie. Klar ist: „Wenn ich im Notfall nichts tue, geht es dem Menschen garantiert nicht besser“, so Louis weiter.

Trainer arbeiten nach neuem Konzept

Seit September arbeiten die Trainer der Johanniter nach dem neuen Ausbildungskonzept „Fit in Erster Hilfe“. Die Teilnehmer müssen dabei das neu erworbene Wissen in realitätsnahen Rollenspielen einüben. Zum Konzept gehört auch ein digitaler Erste-Hilfe-Baukasten, mit dem sich auf Tablets Unfallszenarien nachstellen lassen.

Den Menschen die Angst nehmen

„Ich weiß noch gut, wie es sich anfühlt, plötzlich Hilfe zu benötigen. Ich möchte den Menschen die Angst davor nehmen, im Ernstfall tätig zu werden“, sagte Anne-Kathrin. Ihr Mann Thorsten ergänzt: „Jeder kann helfen. Den Rettungswagen rufen, den Patienten zudecken, mit ihm reden, für ihn da sein.“

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