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Stadt Wunstorf Amazon: Politiker aus Luthe befürchten zunehmenden Verkehr
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00:17 04.03.2019
Der Internetgigant Amazon möchte in das ehemalige Lidl-Zentrallager einziehen. Bei Luthes Politikern stößt dieses Vorhaben auf wenig Gegenliebe. Quelle: Sven Sokoll (Archiv)
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Luthe

Das geplante Amazon-Verteilzentrum im ehemaligen Lidl-Zentrallager an der Adolf-Oesterheld-Strtaße stößt bei Luther Politikern auf wenig Gegenliebe. Zu groß ist die Sorge aufgrund des zunehmenden Verkehrs. Die weitere Erschließung des Gewerbegebiets Süd könnte durch die Pläne zunichte gemacht werden.

„Die Stadt Wunstorf hat für das Gewerbegebiet ein Verkehrskonzept erstellt. Jetzt grätscht Amazon dazwischen“, sagt Ortsbürgermeister Rolf Hoch. Die Belastung durch die Neuansiedlung könnte sogar so groß sein, dass das restliche Gewerbegebiet nicht mehr erschlossen werden kann, fürchtet der SPD-Politiker. „Da haben wir vielleicht ein großes Eigentor geschossen.“ Für die Stadt Wunstorf werde dieselbe Firma das Verkehrsgutachten für Amazon erstellen, wie schon zuvor für das Gewerbegebiet. „Die wissen zumindest, wovon sie reden“, sagt Hoch.

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Luthes CDU-Fraktionssprecher Andreas Lange hofft, dass ein umfangreiches Gutachten erstellt wird. Dies soll nicht nur den normalen Tagesablauf berücksichtigen, sondern auch schlechte Tage mit Stau auf der Autobahn. Bei einem Unfall auf der A2 fahren die Autofahrer durch Luthe und verstopfen die Hauptstraße. Die Luther CDU habe sich lange gegen eine Erweiterung des Gewerbegebiets und diese komplett auf Logistik auszurichten gesträubt. Im nächsten Jahr will das Logistikunternehmen Havi von dort aus Fast-Food-Ketten beliefern. Die beste Verkehrsanbindung sei über die B 441 möglich, wohingegen die kurze Auf- und Abfahrt Kolenfeld auf die A2 nie für Schwerlastverkehr ausgelegt gewesen sei, sagt Lange. Einzig positiv: Das lange leerstehende Lidl-Zentrallager habe endlich einen Nachnutzer. „Ich hätte mir einen Nachmieter mit weniger Streitpotential gewünscht“.

Luthes Ortsbürgermeister hat hingegen noch die Hoffnung, dass sich Amazon woanders ansiedelt, weil dem Unternehmen das Genehmigungsverfahren zu lange dauert. Vor Ablauf von vier Monaten rechnet er nicht mit einer Entscheidung der politischen Gremien. „Wir werden mit allen politischen Mitteln versuchen, dass sie von selbst drauf kommen“, sagt Hoch und setzt auf Hinhaltewiderstand. Unterstützung gibt es dabei sicherlich auch von Ratsherr Rüdiger Hergt (fraktionslos). „Eine Stimme im Rat ist ziemlich sicher dagegen: Meine!“ schreibt er.

Von Rita Nandy

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