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Stadt Wunstorf Referentin warnt vor bedrohter Gleichstellung
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12:22 12.05.2019
Brigitte Triems (vorne, rechts) diskutiert im Anschluss an ihren Vortrag im Roten Lehmhaus mit den Zuhörern. Quelle: Rita Nandy
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Wunstorf

Der informativen und kurzweilige Vortrag von Brigitte Triems auf Einladung der Stiftung Rotes Lehmhaus weckte Emotionen. Mit Erschrecken, Kopfschütteln und spöttischem Lachen verfolgten die Zuhörer aufmerksam die Ausführungen der Vorsitzenden des Deutschen Frauenbundes über die Haltung von rechtspopulistischen Parteien in Europa gegenüber Gleichstellung. Das Thema lockte Frauen und Männer gleichermaßen am Freitagabend ins Rote Lehmhaus.

EU zählt 74 rechtspopulistische Parteien

Zunächst brach die leidenschaftliche Europäerin eine Lanze für den Staatenbund. „Die EU hat viel für die Gleichstellung getan. Wir wären heute in Deutschland nicht so weit, wenn es die EU nicht geben würde“, betont die Referentin. Ein Erstarken rechtspopulistischer Parteien bedrohe die Gleichstellung. Aber auch konservative Parteien trügen zu einer Stagnation bei. Ende 2017 gab es 74 rechtspopulistische Parteien. „Das ist eine Zahl, die einen zum Erschauern bringt“, sagt die Feministin. Ihr durchschnittlicher Stimmenanteil in der EU habe 2017 bei 17,7 Prozent gelegen. Diese Parteien forderten die Rückbesinnung auf traditionelle Geschlechterrollen in der Familie und beschränkten Familienförderung auf „einheimische Familien“. Zudem bekämpften sie Geschlechtergerechtigkeit, Feminismus und lehnten Geschlechterforschung ab. Die Alternative für Deutschland habe in ihren Programm für die Europawahl beispielsweise kein Kapitel zum Thema Gleichstellung und Frauenrechte.

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Für die diesjährige EU-Wahl prognostizierten Wahlforscher in einigen Ländern teils sprunghafte Anstiege der Stimmenanteile. Für Polen sehen sie eine Steigerung von 7,1 Prozent der Stimmen (2014) auf rund 42 Prozent. Für Deutschland werden 12 Prozent geschätzt (7,1 Prozent, 2014).

Rechtspopulisten stärker widersprechen

„Das ist kein Grund wie das Kaninchen vor der Schlange zu verharren“, sagt Zuhörer Bernd Riedel in der anschließenden Diskussion. Die anwesenden SPD-Politiker sehen Handlungsbedarf. „Wir müssen viel vehementer widersprechen“, sagt Sören Thoms und lobte den Faktencheck im Fernsehen. Dabei werde deutlich: „Die lügen euch an.“ Aber auch die Vorteile der EU müssten stärker hervorgehoben werden. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Kirsten Riedel möchte mehr Frauen gewinnen, sich in der Politik zu engagieren.

Von Rita Nandy

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