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Stadt Wunstorf Rettungsdienst muss sich um viele Bagatellen kümmern
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Rettungsdienst muss sich um viele Bagatellen kümmern
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18:00 29.07.2019
Timo Brüning (von links), Thomas Silbermann, Bernd Stühmann und Michael Merz stellen Claudia Schüßler, Rüdiger Kauroff und Wiebke Osigus die Arbeit der Johanniter vor. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

Die Teams der Rettungswachen des Johanniter-Ortsverbands Wunstorf-Steinhuder Meer müssen sich immer mehr um Bagatellfälle kümmern, die sie kostbare Zeit kosten. Bei einem Besuch der SPD-Landtagsabgeordneten Wiebke Osigus, Rüdiger Kauroff und Claudia Schüßler haben Verantwortliche der Hilfsorganisation sich deshalb von der Politik gewünscht, dass sie sich für Veränderungen einsetzt.

In Wunstorf betreibt die Wache am Düendorfer Weg zwei Rettungs- und einen Krankenwagen, ein weiterer Rettungswagen steht an der Steinhuder Feuerwache. Die insgesamt 30 Mitarbeiter müssen im Monat rund 600 bis 650 Einsätze absolvieren. Sie beobachten einen ähnlichen Effekt wie in den Notaufnahmen der Krankenhäuser: „Die Leute rufen uns auch schon, wenn sie etwas Fieber haben“, berichtete der Rettungswachenleiter Michael Merz. Dabei spiele auch eine Rolle, dass jemand lieber den bequemeren Weg wähle, statt sich in eine überfüllte Arztpraxis zu setzen.

Weg zur Bereitschaftspraxis ist vielen zu weit

Für die Zeit außerhalb der Öffnungszeiten von Arztpraxen konnte auch die Leitstelle früher Fälle zum Bereitschaftsdienst weiterleiten. Inzwischen geht das nicht mehr. Seitdem die Menschen aus dem Nordwesten der Region bei weniger starken Erkrankungen zu einer Praxis mit Bereitschaftsdienst am Neustädter Krankenhaus fahren müssen, rufen noch mehr lieber einen Rettungswagen, wie Merz berichtet.

Schüßler gehört einer Kommission der Landtags an, die diese Situation verbessern helfen will, doch sie sagt auch: „Das ist eine recht verfahrene Situation. Alle Beteiligten wollen am liebsten den Status quo erhalten.“ Deshalb appellierte der neue Ortsbeauftragte der Johanniter, Thomas Silbermann: „Es geht um den Patienten, deshalb brauchen wir politischen Druck.“

Neues Berufsbild hat sich bewährt

In der Ausbildung sind die Johanniter beim vierten Jahrgang des neuen Berufsbildes der Notfallsanitäter, die jetzt eine längere, dreijährige Ausbildung absolvieren müssen. Für Merz hat sich die Umstellung bewährt, weil die Besatzungen der Rettungswagen damit jetzt auch mehr selbst erledigen dürfen. „Die Verantwortung wächst natürlich, aber damit ist das Berufsbild attraktiver geworden“, sagte der Wachenleiter.

Neuerdings arbeiten die Wunstorfer Johanniter mit einer Psychologin zusammen, die den Rettern dabei helfen soll, belastende Eindrücke von ihren Einsätzen zu verarbeiten. „Das wird auch gut angenommen“, sagte Dienststellenleiter Bernd Stühmann. Oft geschieht dieser Prozess aber auch erfolgreich im Kollegenkreis. Wo größere Probleme aufgetreten sind, könne gemeinsam mit der Psychologin und der Dienststellenleitung überlegt werden, wie man sie behebt. „Es ist gut, dass sich eine solche Nachsorge auch in der Feuerwehr schon weitgehend etabliert hat“, sagte Kauroff, der früher auch Ortsbrandmeister in Garbsen war und dabei unter anderem den Großeinsatz beim Busbrand auf der Autobahn miterlebt hat.

Von Sven Sokoll

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