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Stadt Wunstorf Volkstrauertag in Wunstorf: „Gedenken sollte mehr Perspektiven haben“
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19:20 17.11.2019
Schweigemarsch vom Hölty-Gymnasium zur Kranzniederlegung am Ehrenmal in der Hindenburgstraße. Quelle: Mario Moers
Wunstorf

Seit 1952 ist der Volkstrauertag in Deutschland ein staatlicher Gedenktag. Er gilt den Toten beider Weltkriege und den Opfern der Gewaltherrschaft. Doch erreicht der Gedenktag auch 2019 noch genügend Bürger? Die Frage nach einer Neuorientierung der Gedenkkultur stand im Zentrum der Rede, die Wunstorfs stellvertretender Bürgermeister Martin Pavel (CDU) am Sonntag auf der Gedenkstunde des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Hölty-Gymnasium hielt. „Gedenken sollte aus viel mehr unterschiedlichen Perspektiven geschehen, damit es die verschiedenen Menschen erreicht“, sagte Pavel. Der Volkstrauertag sei dafür auch in Zukunft geeignet, um sich mit den Ursachen für Kriege und den demokratischen Grundfesten der Bundesrepublik zu beschäftigen. Gedenken dient dem Denken, so Pavels Schlussfolgerung. Damit der Volkstrauertag auch eine „Kraft gegenüber den jungen Menschen“ entfalten kann, sei hier eine Orientierung notwendig. Pavel dankte allen, die in Wunstorf und den Ortschaften ihren Beitrag für die Erinnerungs- und Gedenkkultur leisten.

Zu ritualisiert?

Der stellvertretende Bürgermeister Martin Pavel (CDU) betont in seiner Rede zum Volkstrauertag die Notwendigkeit, die Form der Gedenkfeier zu überdenken, um auch künftige Generationen zu erreichen. Quelle: Mario Moers

Bei aller Würde, in der der Feiertag begangen wird, trägt er doch sieben Jahrzehnte nach der Einführung als staatlicher Gedenktag durchaus ritualisierte Züge, nicht nur in Wunstorf. Der Männerchor Wunstorfer Doppelquartett singt das Trommler-Lied und „Der gute Kamerad“. Das Orchester Camerata Capriccio der Musikschule spielt die irische Ballade „Danny Boy“, in der es um den Verlust und die Wiederkehr eines verlorenen Menschen geht. An der Garderobe hängen Uniformjacken und die Helme der Besucher, die mit zahlreichen Vereinen teilnehmen. Das alles hat Tradition, ist würdevoll und ehrerweisend.

Der Beitrag der nächsten Generation, der Schülerinnen und Schüler der Otto-Hahn-Schule, fällt im Verhältnis allerdings sehr kurz aus. Vier Jugendliche tragen die Wörter vor, die sie mit dem Tag verbinden. Krieg, Zerstörung, Wut, Vernichtung, Vertreibung, Einsamkeit, Verlust und Angst, sind darunter. Diese Gefühle haben nicht nur die Menschen der Kriegs- und Nachkriegsgenerationen kennengelernt. Auch heute leben in Wunstorf zahlreiche Menschen, die diese Erfahrungen gemacht haben.

Am Volkstrauertag haben 120 Menschen in Wunstorf an dem feierlichen Gedenken des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge teilgenommen. Es endete mit der Kranzniederlegung.

Von Mario Moers

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