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Stadt Wunstorf Ampelschaltung und Flüsterasphalt – Stadt sucht Mittel gegen Verkehrslärm
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Ampelschaltung und Flüsterasphalt – Stadt sucht Mittel gegen Verkehrslärm
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00:20 22.06.2019
Ein besseres Parkleitsystem könnte zu einer Verringerung des Suchverkehrs führen. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

Weil der gesetzlich geforderte Lärmaktionsplan in Wunstorf beim Straßenverkehr nur die großen Durchgangsstraßen untersucht, hat die CDU die Verwaltung beauftragt, auch an anderen Stellen im Verkehrsnetz nach vermeidbaren Lärmquellen zu suchen. Den Fragenkatalog der Christdemokraten dazu, den der Bauausschuss unterstützt hat, hat die Verwaltung jetzt beantwortet.

Ein Faktor für mehr Lärmschutz können verbesserte Ampelschaltungen sein. Die Stadtverwaltung sagt, dass die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr schon ein Konzept für die Kreuzungen der B 441 zwischen Kolenfelder Straße und Hindenburgstraße entwickelt, bisher aber noch nicht umgesetzt hat. Auch für den Bereich mit der Kreuzung Am Stadtgraben/Neustädter Straße/Hagenburger Straße sowie dem Abzweig Nordbruch wünscht die Polizei sich schon länger bessere Ampelschaltungen. Die Stadt will die Behörde noch einmal an beide Themen erinnern.

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Die Stadt will weiterhin versuchen, an geeignete Stellen Kreisel zu bauen, um den Verkehr besser fließen zu lassen. So sind auch im Gewerbegebiet an der Kreuzung der Adolf-Oesterheld-Straße mit der Lise-Meitner-Straße Flächen für einen künftigen Kreiselbau vorgesehen, nachdem schon einige Kreisel realisiert wurden.

Flüsterasphalt ist innerorts nicht geeignet

Die CDU hat sich auch ein besseres Parkleitsystem für die Innenstadt gewünscht, um den Suchverkehr zu verringern. Statische Hinweisschilder gibt es schon. In den Untersuchungen zum Parken in Wunstorf will die Stadt auch prüfen, ob dynamische Anzeigen mit den aktuellen freien Plätzen möglich sind. Zur Forderung der CDU, große neue Parkplatzangebote in der Kernstadt und in Steinhude zu realisieren, verweist die Verwaltung auf die laufenden Untersuchungen.

Die Unionsfraktion hat sich zudem gewünscht, auf Fahrbahnen nicht unnötig das Material zu wechseln und möglichst auf Aufbauten und Piktogramme zu verzichten, die Lärm verursachen. Die Verwaltung sagt dazu, dass sie versucht, möglichst lärmarme Beläge zu verwenden, wobei die Politik das letzte Wort habe. Offenporiger „Flüsterasphalt“ sorgt zwar für weniger Geräusche, ist wegen der geringeren Haltbarkeit innerorts mit häufigen Stopps aber kaum geeignet.

Elektroantriebe haben nur geringen Lärmeffekt

Die Experten sind nicht der Ansicht, dass Piktogramme zu Lärm führen und setzten sie auch nur dort ein, wo sie wirklich notwendig sind. Bei den Ausbaustandards im vergangenen Jahr hat der Rat zudem schon beschlossen, dass Kanaldeckel möglichst so platziert werden sollen, dass sie nicht von Autoreifen überrollt werden müssen. In den Standards ist auch Grün an den Straßen vorgesehen, anders als die CDU annimmt hat es aber keinen messbaren Einfluss auf die Schallwellen und somit den Lärm, der in der Umgebung ankommt.

Die CDU hat auch nach dem Effekt der Elektromobilität gefragt, die sie weiter fördern möchte. Dieser tritt nur langfristig ein: Wenn der Anteil der Autos mit Verbrennungsmotor um ein Fünftel sinkt, vermindert sich der Lärm nach den Erkenntnissen der Verwaltung nur um ein Dezibel, schließlich sind dann noch 80 Prozent der Fahrzeuge mit Verbrennern unterwegs. Mit steigender Zahl von Elektrofahrzeugen sinkt der Straßenlärm allerdings exponentiell. Auf jeden Fall fortschreiben will die Verwaltung – im Rahmen ihrer Kapazitäten – den Radwegeplan. An Stellen wie dem Bahnhof, der Innenstadt und Steinhude sollen neue sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder entstehen. 

 

Von Sven Sokoll