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Stadt Wunstorf Stephan Weil besucht Fischerkreidag
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Stephan Weil besucht Fischerkreidag
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00:20 27.05.2019
Freyfischer Stephan Weil trinkt aus dem Willköm. Quelle: Sven Sokoll
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Steinhude

Der Ministerpräsident war in seinem zweiten Amtsjahr als Steinhuder Freyfischer zu Gast bei der Eröffnung des dreitägigen Fischerkreidags auf dem Ratskellergelände. Er trank nach den teilweise plattdeutschen Begrüßungen von Werbegemeinschaft, Tourismusgesellschaft und Fischerverein als Zweiter nach Altfischer Willi Hodann aus einer modernisierten Version des echten Zunftpokals von 1785. Dabei wünschte er den Fischern immer gute Fischzüge und dem Steinhuder Meer, dieser „Perle Norddeutschlands“, viele Besucher.

Anschließend flachste Weil, dass er in seinem Fischeramt schon die Erfahrung gemacht hat: „Aale sind wirklich glitschig und stark.“ Angesichts des Torfstichs im August, der ihm als zweites Privileg noch zusteht, denke er schon über ein verändertes Heizen daheim nach. Politisch versprach er: „Ich wünsche mir, dass wir uns bewusst werden, was wir am Steinhuder Meer haben. Was wir tun können, wollen wir tun.“

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Wie es sich nach den historischen Bräuchen gehört, wurden beim Fischerkreidags am Freitag auch die Konfliktthemen rund um das Naturschutzgebiet Steinhuder Meer angesprochen. Anschließend tranken die Gäste aber gemeinsam unter der Devise „Mit Gunst“, um unbeschwert feiern zu können.

Zudem dankte Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt Weil noch einmal, dass dieser bereit gewesen war, das Freyfischeramt zu übernehmen und so eine Vakanz zu beenden. „Ich hoffe, dass wir diese Tradition jetzt weiter fortsetzen können“, sagte der Bürgermeister.

Regionsdezernentin wagt sich in Höhle des Löwen

Vorsichtig eröffnete die neue Regiondezernentin für Umwelt und Naherholung, Christine Karasch, ihre Rede. Denn die Region erregt mit ihrem Plan für ein größeres Naturschutzgebiet auf dem Wasser derzeit viel Unmut bei den Meeresnutzern. „Der eine oder andere hat sich vielleicht gefragt, warum ich eingeladen worden bin. Aber ich finde es richtig, in die Höhle des Löwen zu kommen, denn hier sollen die Konflikte ja gerade angesprochen werden.“ Sie bedauerte, dass die Abwägung zwischen den unterschiedlichen Nutzungen immer zu Einschränkungen für einzelne Gruppen führe kann. „Derzeit ist aber nicht geplant, weitere Wasserflächen zu sperren“, betonte sie.

Detlef Hodann, Vorsitzender des Fischervereins, zeigte sich zumindest zufrieden, dass der Wasserstand sich gegenüber dem vergangenen Jahr zu einem guten Stück erholt hat. Auch die Fischer hätte mit dem fehlenden Wasser ihre Probleme gehabt.

Zum historischen Gerichtstag der Fischer passte auch eine Szene, die die Laienspielgruppe aufführte – ein Tempoverstoß vor dem Steinhuder Gericht. Nach der Eröffnungsfeier übernahm dann der Wunstorfer Shanty-Chor das weitere Programm.

Von Sven Sokoll