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Stadt Wunstorf Historischer Schützenausmarsch: Steinhuder pflegen Traditionen
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14:44 23.07.2019
Bürger Marius Ziadak wird verdonnert. Quelle: Marleen Gaida
Steinhude

Felix’ Fell glänzt in der Sonne. Ganz ruhig steht das Sächsische Kaltblut in Steinhudes Fußgängerzone und wartet auf seinen Einsatz – sein fünfter. Suzanne Olboeter-Thiele hat den Koloss vor die Kutsche gespannt. Ehemann Andreas Peglow führt den freundlichen Riesen durch die Stadt. Peglow: „Wir haben Felix extra für die Nutzung des Schützenvereins angeschafft. Er ist Schuss- und Kapellensicher. Zweimal im Jahr hat er seinen großen Auftritt.“ Es ist Schützenausmarsch in Steinhude – ein historischer noch dazu. Und wie es die Tradition will, gehören Pferde zum Steinhuder Schützenwesen dazu. Auch wenn nicht alle so gelassen wie das Kaltblut Felix sind. Die Pferde von Schützenfest-Oberst Stephan Meuter und Adjutant Andreas Thiele sind da schon aufgeregter.

Pferde und Traditionen beim Steinhuder Schützenausmarsch

Es sind diese lieb gewonnen Traditionen, die das Schützenfest Steinhude, das am Sonntagabend mit dem Tanz im Festzelt zu Ende gegangen ist, besonders machen. Dazu gehört auch das sogenannte Verdonnern, bei denen Bürger und Schützen gelobt oder bestraft werden. Bürger Marius Ziadak hat es diesmal erwischt. Er wird von Oberst Meuter dafür bestraft, dass er ihn einmal bei einem Besuch nach einem Fön gefragt hätte. Zur Strafe muss er vor den Augen der Zuschauer die Straße einmal hinauf und wieder runter laufen und einen großen Schluck Buttermilch trinken.

Bürger Marius Ziadak wird verdonnert. Quelle: Marleen Gaida

Aber das wichtigste beim Steinhuder Schützenfest ist der Spaß. Viele Besucher haben es sich in den Straßencafés gemütlich gemacht, um den Festumzug mit seinen fantasievollen Wagen zu begutachten. Da gibt es das Gespann der Gastronomin Kerstin Schwarz, die mit ihren Stammgästen der Kneipe Karins Boot auf die Verkehrssituation in Steinhude aufmerksam machen will. Das Thema Verkehrschaos Steinhude haben die Damen zum Anlass genommen, um auf die prekäre Verkehrslage während der Hauptsaison aufmerksam zu machen. Mutter Karin Schwarz sagt: „Wir sind überfordert mit dem Straßenverkehr.“ Und Wirtin Kerstin Schwarz fügt an: „Uns belastet es sehr, dass wir zum Einkaufen keinen Parkplatz mehr bekommen. Und öffentliche Toiletten gibt es auch nicht ausreichend, da tun uns die Touristen mit Kindern leid.“

Humorvoller Protest: Steinhuderinnen Karin Schwarz (v. links), Margarete Meuter und Andrea Biermann fordern eine bessere Verkehrsregelung. Quelle: Marleen Gaida

Aalverkäuferin Birgit Rusche ist der Verkehr heute erst einmal egal. Sie hofft, noch ein paar geräucherte Fische loszuwerden und genießt das bunte Treiben mit sicherem Abstand aus ihrem Häuschen heraus. Und während die einen den Verkehr thematisieren, geht es ein paar Meter weiter vorne um die Historie. Die Steinhuder Schützen-Männer haben sich für dieses Jahr an dem Motto Mondlandung orientiert. Als Steinhuder Agency of Space Commando erinnern die Männer in selbst gebastelten Raumanzügen an die Mondlandung vor 50 Jahren.

Als sich die Festwagen gegen 11.15 Uhr langsam in Bewegung setzen, hat auf dem Festplatz einer schon sein persönliches Ziel erreicht. „Er ist fertig. Das Fleisch löst sich schon von den Knochen – schauen Sie mal.“ Adolf Schmitt aus Franken hat seinen Ochsen sechs Stunden im Ofen geschmort. Schmitt, der in diesem Jahr erstmalig die Schützen mit Fleisch beim Fest-Essen um 13 Uhr versorgt, öffnet die Luken seines mobilen Ofens. „Ein Bio-Ochse – damit bekomme ich 600 Schützen satt“, freut sich der Wirt.

Von Marleen Gaida

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