Wunstorf: Wanderausstellung Tischgespräche mit Martin Luther in der Stadtkirche
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Stadt Wunstorf Luther inspiriert bei Wanderausstellung
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16:47 23.10.2018
Wunstorfs Diakonin Karola Königstein in der Ausstellung „Tischgespräche mit Martin Luther“ in der Stadtkirche. Quelle: Marleen Gaida
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Wunstorf

 Vorsichtig schiebt Karola Königstein die Arme der Puppe in die Waagerechte. Die Station Nummer Fünf ist die aktuelle Lieblingsstation der Wunstorfer Diakonin in der Wanderausstellung „Tischgespräche mit Martin Luther“. Die interaktive Ausstellung in der Stadtkirche in Wunstorf wurde von der religionspädagogischen Arbeitsgemeinschaft in Neustadt konzipiert und ist noch bis zum 4. November zu sehen.

Der Selbsterfahrungsaustausch mit Gott stehe im Mittelpunkt, erklärt Karola Königstein die Ziele. Zitate von Martin Luther und Bibelverse sollen die Besucher zum Nachdenken anregen. Woran glaubt man? Wofür fühlt man sich schuldig? Diese Fragen werden dem Besucher bei dem Rundgang mit zehn einzelnen Stationen gestellt. Zudem will die Ausstellung erkunden, welche Rolle der Reformator auch noch 500 Jahre nach seinem Wirken in der Gesellschaft hat und was man von Luther nach wie vor lernen kann. Diakonin Königstein erklärt weiter: „Es soll um die Frage gehen, was mich aktuell erdrückt und stärkt. Und wie man im Leben dasteht.“

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Die Ausstellung will vor allem zur Selbstreflexion anregen. An Station Zwei soll der Besucher sich selbst ansehen. Auf einer Tafel steht: „Sie sind wunderbar gemacht. Ihr Gesicht hat niemand sonst in dieser Welt!“ Anschließend ist der Besucher eingeladen, mit der Polaroidkamera sich selbst zu fotografieren. Das selbstklebende Bild, was dabei entsteht, wird dann in ein Heftchen eingeklebt und von den Worten umrahmt: „Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.“ Die Selbstliebe steht als zentrale Aussage im Raum. Auch das Thema Schuld taucht immer wieder auf. An Station Nummer vier können Besucher symbolisch einen weißen Stein hochheben und ihn unter einem Holzkreuz ablegen – Schuld abladen. Zettel und Stift laden dazu ein, aufzuschreiben, was einen aktuell belastet. An selber Stelle liegen die Gnaden-Lose mit einer frohen Botschaft aus dem Lukas-Evangelium: „Als Jesus ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.“ Für die Diakonin Karola Königstein ist diese Botschaft essentiell: „Gott vergibt, dafür ist Christus gestorben. Das nimmt einem eine unheimliche Last von den Schultern.“

Zum Ende der Ausstellung können die Besucher selber zum Reformator werden und eigene Thesen an eine Haustür nageln. Der Satz: „Meine These: Ich sage nein zu...!“ darf vervollständigt werden.

Die Ausstellung kann bis zum 4. November werktags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr besichtigt werden. Am Sonnabend von 11 bis 14 Uhr und Sonntags von 11 bis 13 Uhr. Schulklassen werden gebeten einen Termin für eine Führung bei der Diakonin Claudina Baron-Turbanisch zu vereinbaren. Anmeldungen werden unter der Telefon (05032) 956472 angenommen.

Von Marleen Gaida