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Stadt Wunstorf Wasserschlacht und Hitzefrei: So reagieren Wunstorfs Schulen auf die Hitze
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Wasserschlacht und Hitzefrei: So reagieren Wunstorfs Schulen auf die Hitze
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18:39 25.06.2019
Sven und Sabine Naumann kühlen sich im Eiscafé Rialto mit einer Eisschokolade ab. Quelle: Anke Lütjens
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Wunstorf

34 Grad am Dienstag – Wunstorf schwitzt. Das macht Menschen und Tieren zu schaffen. Was unternehmen die Wunstorfer gegen die Hitze? Sven und Sabine Naumann kühlen sich am Dienstagvormittag mit einer Eisschokolade im Eiscafé Rialto an der Langen Straße ab. Dort herrscht Hochbetrieb, denn jeder möchte Eis. Auch die Schüler der Evangelischen IGS und des Hölty-Gymnasiums stehen Schlange, denn sie haben Hitzefrei. „Wir haben gestern beschlossen, dass ab 12.30 Uhr frei ist und haben das auf dem Vertretungsplan bekannt gegeben“, teilt die IGS am Dienstag mit. Am Hölty-Gymnasium war bereits nach der vierten Stunde um 11.50 Uhr Schluss. „Wenn es morgen wieder so heiß ist, verfahren wir genauso“, heißt es aus dem Sekretariat.

24 Grad im Altbau der Grundschule

An der Stadtschule ist Montag und Dienstag bereits nach der dritten Stunde um 10.50 Uhr Hitzefrei gewesen. Die Kinder werden jedoch bis Schulschluss betreut, wenn sie nicht nach Hause gehen können, weil die Eltern arbeiten. Das ist in den anderen Grundschulen ebenso, denn sie sind sogenannte Verlässliche Grundschulen, die bis 13 Uhr unterrichten oder die Schulkinder betreuen müssen. Die Grundschule Klein Heidorn ist sogar eine offene Ganztagsschule mit angeschlossenem Hort. „Wir haben einen Altbau, bei uns sind es nur 24 Grad“, sagt Schulleiterin Maud Rang. Dennoch fahre die Schule bei der Hitze ein entspanntes Programm ohne Übungsaufgaben, dafür mit Wasserspielen, Melone, viel Wasser und Tee. Die Schüler dürfen auch barfuß laufen. „Die Eltern können sicher sein, dass ihre Kinder betreut werden“, versichert Rang.

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Abkühlung bietet des Naturerlebnisbad in Luthe. Quelle: Anke Lütjens

Schulleiterin regt Klimaanlagen für Schulen an

Auch andere Schulen sind im Umgang mit der Hitze kreativ. In der Grundschule Bokeloh stehen Wasserschlauch und Wasserkübel zur Abkühlung parat. „Bei uns läuft in der fünften Stunde der Rasensprenger und die Kinder dürfen Badesachen und Handtuch mitbringen. Die Wasserschlacht macht tierisch Spaß“, sagt Schulleiterin Kristina Korsmeyer von der Grundschule Kolenfeld. Auch in der Grundschule Großenheidorn geht es entspannt zu, denn dort läuft gerade die Projektwoche. An der Otto-Hahn-Schule sind die Schüler unterwegs, denn es läuft gerade die Mobilitätswoche. Am Mittwoch ist laut Schulleiterin Helga Radtke für die unteren Jahrgänge ab 11 Uhr Hitzefrei. „In Zeiten des Klimawandels sollte man vielleicht mal über Klimaanlagen in den Schulen nachdenken“, regt Radtke an.

Körper soll bei Hitze runterfahren

„Jetzt ist Runterfahren angesagt: Wenig Bewegung, nicht rausgehen, viel trinken – damit helfen sie ihrem Körper am besten, sich gegen Überhitzung zu schützen“, rät Hans-Peter Reiffen, Landesarzt der Johanniter des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen. Außerdem sollten im Freien luftige Kleidung und eine Kopfbedeckung getragen werden sowie zwischendurch Hände, Nacken und Gesicht mit Wasser gekühlt werden. Ideale Durstlöscher sind nicht-alkoholische, ungekühlte Getränke wie Wasser, Schorlen und ungesüßte Tees. Abkühlung Suchende sollten nicht mit erhitztem Körper ins Wasser gehen, sondern sich vorher abkühlen.

Hunde mit Kühldecken schützen

Aber nicht nur Menschen leiden unter der Hitze, sondern auch Tiere. „Meerschweinchen und Kaninchen sind binnen einer Stunde tot, wenn sie der prallen Sonne ausgesetzt sind“, warnt Irene McLellan, Leiterin des Tierheims Wunstorf. Hunde sollten keinesfalls im Auto gelassen werden. Sie können mit Kühldecken geschützt werden, die es beim Tierbedarf zu kaufen gibt. Außerdem rät McLellan, Aktivitäten herunterzuschrauben, viel Wasser zu geben und möglichst nur morgens und abends Gassi zu gehen. Abkühlung bieten derzeit auch die Freibäder in Luthe und Bokeloh. Im Rathaus Wunstorf gibt es ab 26 Grad für alle Mitarbeiter kostenlos Wasser.

Von Anke Lütjens