Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Wunstorf Ende des Kalibergbaus in Bokeloh: Nicht alle Fragen sind geklärt
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Ende des Kalibergbaus in Bokeloh: Nicht alle Fragen sind geklärt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 17.11.2019
Der richtige Weg ist aus Sicht Gereon Jochmarings, Sigmundshall Werksleiter, die Flutung der Stollen und Nachnutzung des Bergwerkgeländes als Zentrum für Zukunftstechnologien im Bereich der Ernährung. Quelle: Mario Moers
Bokeloh

120 Jahre wurde in Bokeloh Salz abgebaut, bis 2018 die Teilstilllegung des Kaliwerks Sigmundshall begann. Der wesentliche Ablauf des Rückbaus ist weithin bekannt, viele Details sind aber nach wie vor offen oder nicht allen Dorfbewohnern bekannt. Bei einer Informationsveranstaltung in der Grundschule, stellten sich Fachleute des Bergwerkunternehmens K+S jetzt den Fragen der Bürger.

Muss der Kanal erweitert werden?

„Unser Ziel ist es, ab Mitte 2021 das Bergwerk zu fluten“, erklärte Henning Korte, Leiter der Produktion und Technik unter Tage, die Marschroute des Unternehmens. Er machte dabei noch einmal deutlich, dass Sole bei der voraussichtlich 20 bis 30 Jahre dauernden Flutung für K+S der Füllstoff der Wahl ist. „Jeden Quadratmeter, den wir mineralisiertes Wasser in den Berg bringen, ist positiv“, so Korte. Süßwasser sei weniger geeignet, weil es bei der Sättigung die Struktur der Hohlräume verändert.

Er geht davon aus, dass dazu jährlich etwa ein bis zwei Millionen Kubikmeter Sole mit dem Zug nach Sigmundshall transportiert werden. Eine Nachfrage betrifft die mögliche Anlieferung von Sole aus dem K+S Kalirevier Werra (Hessen) über den Mittellandkanal nach Kolenfeld. „Muss dort der Kanal erweitert werden um anzulegen?“, fragt ein Besucher. Laut Bergwerksleiter Gereon Jochmaring werde diese Option derzeit von dem zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt geprüft. „Es gäbe aber wohl die Möglichkeit, dort zu entladen“, so Jochmaring. Nach Sigmundshall soll die Sole über eine Gleisstrecke transportiert werden. K+S habe dazu bereits sechs „ruhige, brandneue Waggons“ in Auftrag gegeben. „Es werden nicht diese alten Kessel, die schon in der Reichsbahn unterwegs waren“, erklärt Jochmaring.

Rund 60 Besucher, vorwiegend aus Bokeloh, waren zu der Vorstellung des K+S Betriebsabschlussplans in die Grundschule gekommen. Quelle: Mario Moers

Warmes Wasser für das Freibad

„Wie lange bekommt das Freibad Bokeloh noch warmes Wasser aus dem Werk?“, will Hobbyschwimmer Günter Rossner wissen. Das Wasser wird seit Jahren aufgeheizt aus dem Kraftwerk des Bergwerks geliefert. Weil das mit der Teilstilllegung zu groß geworden ist, wird es voraussichtlich ab 2022 oder 2023 durch ein kleineres ersetzt. „Solange gibt es sicher noch warmes Wasser“, erklärt Jochmaring. Nicht beantworten konnte er die Frage, ob ein von K+S gebauter Bahndamm an der Mesmeroder Straße (Einmündung Zum Pumpwerk) langfristig zurückgebaut wird. Er wurde eins angelegt, um nie realisierte Rangiergleise anzulegen. Heute ist er wild begrünt. „Man könnte hier eine parkähnliche Fläche anlegen“, regt Karl-Heinz Widdel an. Ebenfalls unklar ist noch, ob die Mesmeroder Straße im Zuge der Begrünung irgendwann verlegt werden muss. Die Kalihalde ist in Straßennähe möglicherweise zu steil, um sie effektiv zu Begrünen. Bis die Halde vollständig abgedeckt ist, kann es bis 2032 dauern. „Bis dahin wird uns eine Lösung einfallen“, erklärt Jochmaring.

Der Berg bleibt

Henning Korte ist bei K+S zuständiger Leiter Produktion und Technik unter Tage. Er informierte über die technische Seite der Stilllegung. Quelle: Mario Moers

Die weithin sichtbare Abraumhalde wird es auch dann noch geben. Laut K+S ließen sich bestenfalls 5 Prozent des Bergs unter Tage verbringen. „Der Haldenkörper ist so hart, dass wir selbst dafür vier Jahre mit schwerem Gerät und mit intensivem Lärm arbeiten müssten“, erklärt Korte. Der überwiegende Teil des Materials sei bergbaurechtlich nicht genehmigungsfähig, um als Füllstoff zu dienen.

Die Zukunft ist grün?

Mit Blick in die Zukunft wiederholte Bergwerksleiter Jochmaring die Ankündigung des Unternehmens, in Bokeloh einen Innovations-Standort für Unternehmen der Ernährungsindustrie zu entwickeln. Am 28. November hat K+S dazu Startups und Wissenschaftler nach Sigmundhall eingeladen. Dort wird bereits seit 2018 eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Versuchsanlage zur Aufzucht von Makroalgen betrieben.

Lesen Sie auch

Von Mario Moers

Nach 18 Jahren hat der TSV Bokeloh wieder einen Ball in der in den Vereinsfarben blau und weiß geschmückten Pausenhalle der Grundschule ausgerichtet. Rund 170 Gäste machten Party in Wunstorf.

17.11.2019

Am Freitag ist es auf der B 441 bei Luthe gegen 19.40 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit zwei leicht verletzten jungen Frauen gekommen.

17.11.2019

Stark alkoholisiert haben in der Nacht zu Sonntag mehrere Gruppen junger Männer in Wunstorf aufeinander eingeschlagen. Die Polizei sucht nach Zeugen, um die Tatabläufe zu rekonstruieren.

17.11.2019