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Stadt Wunstorf In Luthe machen zwei Restaurants dicht
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf In Luthe machen zwei Restaurants dicht
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00:17 23.12.2018
Restaurantsterben in Luthe: Angelo Wüstefeldt schließt seine Trattoria. Quelle: Rita Nandy
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Luthe

Die deutsche Küche stirbt in Luthe aus. Ebenso verliert der Ort vor Weihnachten seinen Italiener an der Hauptstraße. Damit gibt es in Luthe nur noch drei Restaurants, von ehemals zehn. Bereits in der vergangenen Woche hatte Haberlands Lindenhof zuletzt geöffnet. Das La Trattoria schließt am Freitag, 21. Dezember. „Früher gab es über zehn Restaurants in Luthe“, sagt Ortsbürgermeister Rolf Hoch. Nun bleiben ein griechisches, ein mexikanisches und ein italienisches Lokal übrig. „Schön altdeutsch essen wie bei Hacki gibt es nicht mehr“, bedauert Hoch. Im Gasthaus an der Schloß Ricklinger Straße wurde aber nicht nur gerne gegessen, sondern auch kräftig gefeiert. Für Konfirmationen, Goldene Hochzeiten und Familienfeiern musste rechtzeitig reserviert werden.

Zwei weitere Restaurants in Luthe schließen

Auch wer in der Trattoria speisen wollte, bestellte in dem kleinen gemütlichen Lokal besser einen Tisch. So sind es auch keine wirtschaftlichen Gründe, die Betreiber Angelo Wüstefeldt zum Aufhören zwingen. „Es ist schier unmöglich gutes Personal für den Service und die Küche zu finden. Nicht mal eine Spülkraft findet sich“, bedauert der Gastronom den Fachkräftemangel. Und so stand er die vergangenen eineinhalb Jahren ganz alleine in der Küche. „Die Belastungsgrenze ist erreicht“, sagt der 38-Jährige. Die Gesundheit und auch die Qualität des Essens habe zu leiden begonnen. Daher entschloss er sich, die Reißleine zu ziehen und aufzugeben. Vor sieben Jahren wagte der gelernte Hotelfachmann den Schritt in die Selbständigkeit. In dieser Zeit habe es viele schöne Momente gegeben. Und so möchte er sich für die jahrelange Treue bei seinen Gäste bedanken, ebenso wie auch bei seiner Familie. Sie hat dem zweifachen Vater den Rücken freigehalten. Besonders in Erinnerung bleiben wird ihm die Herzlichkeit, mit der er in Luthe aufgenommen wurde. „Die Gäste haben einem das Gefühl gegeben, dazuzugehören.“ Daher sei ihm der Entschluss aufzuhören, doppelt schwer gefallen. Vielleicht gebe es irgendwann ein Wiedersehen. Die Rückkehr in die Selbständigkeit schließt Wüstefeldt nicht aus, wenn sich ein Restaurant mit eingespieltem Personal findet. Doch zunächst wechselt der gebürtige Hannoveraner, der seit zehn Jahren in Blumenau lebt, in ein Angestelltenverhältnis. Für „sein Baby“, La Trattoria, einen Nachmieter zu finden sei schwierig. Interessenten habe es gegeben, aber die Zukunft des Lokals sei ungewiss. Wie es mit Haberlands Lindenhof weitergeht und warum er aufhört, dazu wollte sich Jörg-Olaf Haberland nicht äußern.

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Interessenten für die Nachfolge des Café Central

Luthe hat es ordentlich getroffen“, findet auch Wirtschaftsförderer Uwe Schwamm. Aber auch in der Wunstorfer Innenstadt nimmt das gastronomische Angebot zum Jahresende ab. Kunterbunt an der Langen Straße hat sein Café bereits aufgegeben, auch das Café Central am Stadttheater bleibt ab dem Wochenende zu. Interessenten, die das Café und die Gastronomie während der Spielzeit übernehmen möchten, hätten sich bereits gemeldet, sagt Schwamm. Er hofft, dass Ende Januar ein Nachfolger gefunden werden kann. Die Gastronomie sei unter anderem wegen der unregelmäßigen Arbeitszeiten und dem Fachkräftemangel ein schweres Geschäft. Wunstorf habe zudem mit der Nähe zu Hannover zu kämpfen. Er ist jedoch optimistisch: „Wenn man Lust auf die Branche und ein gutes Konzept hat, kann auch in Wunstorf erfolgreich ein Lokal betreiben, wie einige Restaurants beweisen“, sagt Schwamm.

Von Rita Nandy