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Uetze Gemeinde will Anteile an zehn Windrädern kaufen
Aus der Region Region Hannover Uetze Gemeinde will Anteile an zehn Windrädern kaufen
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00:37 23.03.2018
Dieses Windrad nördlich des Traditionsgasthofes Wilhelmshöhe im neuen Windpark Uetze Nord gehört den Uetzer Gemeindebetrieben sogar komplett. Es hat eine Gesamthöhe von 175 Metern und soll jährlich rund 6,2 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Uetze

 Die Uetzer Gemeindebetriebe wollen sich an zehn Bürgerwindmühlen beteiligen und dafür 890 000 Euro investieren. Die Gewinnausschüttung soll für die Konsolidierung des Gemeindehaushalts verwandt werden. Die Gesellschafterversammlung der Gemeindebetriebe – in ihr sitzen alle Ratsmitglieder – hat bereits grünes Licht gegeben. Jetzt muss noch die Kommunalaufsicht den Kauf der Anteile absegnen. Dafür werden laut Wirtschaftsförderer Andreas Fitz in diesen Tagen die erforderlichen Schriftstücke aufgesetzt.

Im Gemeindegebiet sind derzeit zehn Bürgerwindräder in Planung, eines zwischen Schwüblingsen und Arpke, zwei im Windpark Uetze Südwest westlich der L 387 sowie sieben Räder im Windpark Immenberg in Richtung Katensen und Krätze. Für die neuen, höheren und damit auch leistungsstärkeren Windenergieanlagen (WEA) werden alte abgerissen. An allen zehn WEA wollen sich die Gemeindebetriebe mit jeweils zehn Prozent des Eigenkapitalbedarfs für deren Errichtung beteiligen. Insgesamt zahlen die Gemeindebetriebe 890 000 Euro. 

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Der Bau von zehn Bürgerwindmühlen bedeutet, dass im Gemeindegebiet in den nächsten Jahren fast neun Millionen Euro in den Ausbau der Windenergie investiert werden. So hoch ist der Eigenkapitalbedarf für die zehn geplanten Anlagen, die zusammen einem Wert von 45 bis 50 Millionen Euro haben.

Die Gewinnausschüttung aus den zehn Beteiligungen bekommen zunächst die Gemeindebetriebe. Diese sind zwar ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Gemeinde, aber eben doch selbstständig. „Deshalb müssen wir einen Gewinnabführungsvertrag schließen“, erklärt Bürgermeister Werner Backeberg. So könne jedes Jahr ein fester Betrag an die Gemeinde ausgeschüttet werden – als Beitrag für die Haushaltskonsolidierung. Backeberg geht davon aus, dass dieser sich jährlich zwischen 120 000 bis 150 000 Euro bewegt. Das würde einer Kapitalverzinsung von mehr als 13 Prozent entsprechen. „Den Vertrag wollen wir im Laufe des nächsten Vierteljahres auf die Beine stellen.“

Mit der Investition in die Bürgerwindmühlen kann bislang brachliegendes Geld gewinnbringend aktiviert werden. Denn die 890 000 Euro liegen bei den Gemeindebetrieben quasi auf der hohen Kante. Es handelt sich laut Bürgermeister „um aufgelaufene Gewinne der Gemeindebetriebe, die wir nicht ausschütten können und die wir jetzt für die Windenergieanlagen ausgeben“. 

Dass die Gewinne nicht ausgeschüttet werden können, liegt daran, dass die Bilanz der Tochterunternehmens seit Jahren mit Verlusten abschließt. Der Grund: Die Freibäder in Hänigsen und Uetze, die für einen Euro an die Genossenschaften abgegeben wurden, hatten weitaus höhere Buchwerte. Auf diese Weise sind bilanztechnische Verluste entstanden, die eine Ausschüttung unmöglich machen. 

Von Anette Wulf-Dettmer